Ausflug nach Österreich
14. Juni 2014
Sardinienurlaub – Teil 2
8. Juli 2014
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So lange darauf gewartet und so schnell ist er vorbei – unser Traumurlaub in Sardinien.

Seit Samstag sind wir wohlbehalten zurück in der Schweiz und nun melde ich mich hier auch zurück.

Leider hatten wir auf der Insel kaum eine Internetverbindung und deswegen war es mir nicht möglich hier zu berichten.
Nun ist es aber höchste Zeit Euch von unserem Urlaub zu berichten:
Wir verbrachten unseren Urlaub an der Ost-, der Süd- und der Nordküste in jeweils unterschiedlichen Regionen und Hotels und daher splitte ich meinen Urlaubsbericht auch in 3 Teile….

Sardinienurlaub Teil 1

Wir sind mittlerweile seit einigen Tagen auf Sardinien und nun möchte ich endlich von unserem Abenteuerurlaub berichten.
Abenteuerurlaub deshalb, weil es unser erster Urlaub mit Rollstuhl ist und wir in den letzten Tagen festgestellt haben, dass das auch bei bester Planung eine Herausforderung ist.

Freitag – Tag 1 –

Unser Ziel für den ersten Tag war nach Genua zu fahren und dort die Fähre am Abend nach Sardinien zu nehmen.
Wir hatten am Donnerstag gepackt und auch das Auto eingeräumt und sind vormittags in Schwyz abgefahren.
Bald schon waren wir im Tessin und haben uns entschlossen von der Autobahn abzufahren und die Landstrasse um den Lago Maggiore zu fahren.
In einem wunderschönen Ort haben wir Halt gemacht und direkt am See zu Mittag gegessen.

Bald schon ging es weiter gen Genua und an den
Fährhafen – dank Navigationsgerät kein Problem.
Wir sollten spätestens um 20 Uhr auf der Fähre sein, was wir gut geschafft haben und durften sogar als Erste einfahren.
Die Mitarbeiter der Moby Lines waren sehr hilfsbereit und haben uns geholfen alles zu unserer Kabine zu transportieren.
Leider gab es bei der Buchung ein Missverständnis – wir bekamen eine winzige Kabine, die so klein war, dass ich zwar mit dem Rollstuhl gerade so reinkam, aber an aufstehen um ins Bad zu gehen, war nicht zu denken.
Gott sei Dank erkannte die zuständige Mitarbeiterin der Fähre das Problem und bot uns an, falls eine andere grössere Kabine frei bleiben würde, uns diese Mehrbettkabine zur Verfügung zu stellen.
Allerdings mussten wir nun warten, bis alle Gäste eingecheckt hatten.
Diese Wartezeit überbrückten wir, in dem wir sehr fein im Schiffrestaurant zu Abend gegessen haben.
Gegen 21:30 Uhr bekamen wir dann auch den positiven Bescheid dass eine grössere behindertengerechte Kabine frei sei.
Diese war perfekt und endlich konnte ich die Beine hochlegen. 🙂
Wider Erwarten haben wir Beide sehr gut geschlafen und morgens um 7 Uhr kamen wir in Olbia an.

Samstag – Hotel La Bitta in Tortoli, 21.06

Eine mehrstündige Fahrt von Olbia nach Tortoli
führte uns durch das gebirgige Hinterland der Ostküste – eine sehr kurvenstreiche Strecke über teilweise recht hohe (ok, für Schweizer Verhältnisse natürlich nicht sehr hoch) Berge. 🙂
Gegen 14 Uhr kamen wir in unserem wunderschönen Hotel an und wurden dort sehr nett empfangen.
Ein behindertengerechter Parkplatz war extra für uns reserviert worden.

Unser Zimmer war noch nicht bezugsbereit und so stärkten wir uns erstmal mit einem leckeren Mittagessen.
Bald schon konnten wir unser geräumiges
Zimmer beziehen. Sehr gross und komfortabel. Mit einem wunderschönen, grossen Balkon inklusive Meer- und Poolsicht.
Das einzige Manko an dem Zimmer war die zu schmale Tür ins Bad. Mein Rollator ist ca. 1 cm zu breit. Das habe ich aber gelöst indem ich den Rollator immer zusammenklappe, um durch die Tür zu kommen.
Dieter hat dann noch erkundet wir man am Besten an den Pool und an den Strand kommt.


Tja…überall Treppen und enge Weg mit Natursteinen – so einfach war das gar nicht.
Irgendwie hat er denn herausgefunden, dass es einen Aufzug in den „“Keller“ zur Küche gibt. Dieser Aufzug war zwar sehr klein, aber mit etwas Mühe war es möglich herunterzufahren und praktisch über den „Hintereingang“ an den Pool zu gelangen.
DAS war etwas kompliziert, denn eigentlich lag unser Zimmer direkt am Pool und nur einige Schritte vom Zimmer entfernt gab es eine Treppe hinunter.
Komplizierter war der Weg an den Strand. Es ging zwar ein gepflasterter, recht schmaler Weg hinter dem Pool herunter. Weiter ging es dann über einen Steg aus Holz und endete mit 2 Stufen.
Leider mit meinem Rollstuhl nicht zu bewältigen.
Nun gut, was soll‘s – der Pool war wunderschön, wir hatten einen wunderbaren Meerblick und waren rundum zufrieden. Ins Meer würde ICH sowieso hier nicht gehen – es war eine ziemliche Brandung und da es ein Naturstrand war, hatte die Brandung jede Menge Steine angeschwemmt. Wir beobachteten andere Gäste und auch sie hatten Probleme ins Wasser und vor Allem wieder heraus zu kommen – das würde mit Krücken oder Rollator sowieso nicht gehen.
Und nun machten wir das, was wir seit wir uns kennen noch nie gemacht hatten, wir machten es uns
am Pool gemütlich. Ich habe mein Strickzeug ausgepackt, während Dieter es sich auf seiner Liege zum Lesen bequem gemacht hat.

Sonntag, 22.06

Eigentlich gibt es nicht viel zu berichten – Nach einem leckeren Frühstück, verbrachten wir den Tag am Pool. Ich durfte die Feststellung machen, dass Stricken sehr gut ist um Kontakte zu knüpfen, denn so ziemlich alle Frauen, die an mir vorbei liefen, haben mich deswegen angesprochen und so wurde es nicht langweilig.

Leider ist im ganzen Hotel entweder gar kein Internetzugang oder nur ein sehr schlechter, was mich hindert diesen Blog zu schreiben….. 🙂 und vor Allem wird es nicht einfach meinen Vater anzurufen, der Geburtstag hat und auch im Urlaub in Italien ist. Normalerweise Skypen wir immer, das ist hier – wenn überhaupt- nur im Zimmer möglich.
Aber ansonsten ein rundum gelungener wunderschöner Urlaubstag – uns geht’s hervorragend und wir genießen.

Montag, 23.06

Ein weiterer Tag am Pool begann. Bis jetzt hatte ich mich noch nicht getraut in den Pool zu gehen. Das würde auch nicht einfach sein, der Zugang war über eine Treppe mit einem Geländer nur auf einer Seite.
Außerdem war ich seit 23!!!!! Jahren nicht mehr in einem öffentlichen Schwimmbad – ich schämte mich – würde ich mich jetzt trauen??
DAS war meine persönliche Challenge des Tages.
An diesem Tag waren relativ wenig Menschen am Pool und gegen Mittag wurden es immer weniger – das war meine Chance!

Ich traute mich- bin mit dem Rollator vor den Pool, habe dort meinen Kaftan (die größte Überwindung für mich!) abgelegt und bin mit Hilfe einer Krücke in den Pool gestiegen.
Aber ich hab’s geschafft! Ich bin im Pool gewesen – und es war einfach nur TOLL – in dem Moment war ich so glücklich, ich kann es nicht in Worte fassen.
Das Aussteigen aus dem Pool war die nächste Herausforderung – ich bin seit Jahren keine Treppen mehr gestiegen und hier kamen am Pool gleich mal 6 oder 7 Stufen.

Wider Erwarten ging das aber mit Krücke ebenfalls recht gut und weil ich gerade dabei war, habe ich kurzerhand beschlossen zurück ins Zimmer nicht mit dem Rolli zu fahren, sondern die Abkürzung über die Treppe zu nehmen – ich bin die ganzen Stufen hoch!!

Dienstag, 24.06.

An meinem Geburtstag werde ich von meinem Mann mit einem großen Blumenstrauß am Frühstückstisch überrascht.
Dadurch sprach es sich unter den Gästen sehr schnell herum und fast alle haben mir im Laufe des Tages gratuliert.
Aber besonders überwältigt war ich von den vielen Glückwünschen per Facebook und Mail – einfach unglaublich – ich wusste gar nicht, dass ich sooo viele Leute kenne.
Vielen lieben Dank an Alle!!!
Es war ein wunderschöner Tag, an dem wir auch einige sehr nette Bekanntschaften machen durften – an dieser Stelle liebe Grüße an Leni, Gerti, Annemarie und Freddy.

Mittwoch 25.06

Heute geht unsere Reise weiter an die Südküste. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Wir haben uns im La Bitta sehr sehr wohl gefühlt. Vor Allem die Mitarbeiter waren sehr herzlich, zuvorkommend und hilfsbereit und auch das Essen war hervorragend. Und wir haben einige nette Bekanntschaften geschlossen – gerne würden wir wiederkommen.
Andererseits freuen wir uns auch darauf einen anderen Teil der Insel kennenzulernen und frohen Mutes machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zur Südküste.
… und wie es dort weiterging, erfahrt Ihr morgen… 🙂

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