Ursula Maria Rollstuhl
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Neale Donald Walsch – ein ganz besonderes Wochenende
22. Oktober 2013
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Ihr wartet nicht auf eure eigene Erfahrung,
ihr akzeptiert die Erfahrung anderer (buchstäblich)
als das Evangelium,
und wenn ihr dann zum ersten Mal der tatsächlichen Erfahrung begegnet,
stülpt ihr dieser Begebenheit das über,
was ihr bereits zu wissen glaubt.

~ Neale Donald Walsch in „Gespräche mit Gott, Band 1“,
Seite 105

Dieser Ausschnitt aus „Gespräche mit Gott“ trifft ziemlich genau auf den Punkt, was ich zur Zeit empfinde. Diesen Satz würde ich gerne mal den Ärzten lesen lassen – vielleicht würde er sie zum Nachdenken bringen.

Ich fühle mich sehr hilflos, weiss nicht was ich tun soll?!
Gestern bekam ich den Termin für das weitere Gespräch mit dem zuständigen Professor des Spitals Balgrist.
Er findet am 28.11.2013 statt. 
Das heisst für mich:

  • weitere Wochen und Monate warten – auch wenn sie mich dort operieren sollten, die Wahrscheinlichkeit dass ich in diesem Jahr noch operiert werde, ist ziemlich gering. Wenn ich schon Monate auf einen Gesprächstermin warten muss, wie lange muss ich dann erst auf einen OP-Termin warten?
    Falls sie dann entscheiden, mich nicht zu operieren, geht alles wieder von vorne los und es dauert noch Monate bis ich eine andere Klinik gefunden habe.
  •  weitere Wochen und Monate Tag und Nacht Schmerzen aushalten
  •  weitere Wochen und Monate die Ungewissheit ob sie mich überhaupt dort operieren
  • weitere Wochen und Monate weitestgehend (zumindest wenn mein Mann arbeitet) im Bett verbingen zu müssen
  • weitere Wochen und Monate nicht laufen zu können, auf den Rollstuhl angewiesen zu sein
  • weitere Wochen und Monate weitestgehend in der eigenen Wohnung eingesperrt zu sein
  • weitere Wochen und Monate auf die Pflege und Hilfe Anderer angewiesen sein
  • weitere Wochen und Monate zu warten bis ich zum Zahnarzt gehen kann 
  • weitere Wochen und Monate bis die dringend nötigen Hautoperationen gemacht werden können
  • weitere Wochen und Monate weder Freunde noch Familie besuchen zu können
  • weitere Wochen und Monate nicht selbst einkaufen zu können
  • weitere Wochen und Monate nicht verreisen können
  • weitere Wochen und Monate immense Kosten für Rollstuhlmiete, Lifter, hin und wieder ein behindertesgerechtes Auto usw.
  • weitere Wochen und Monate in denen mein Mann nur Teilzeit arbeiten kann, und dementsprechend weniger verdient

Jetzt höre ich mit der Liste auf – sie ist unendlich.
Ich glaube, das alles ist Ärzten nicht klar…. man ist eine Nummer unter Vielen und ich habe ja angeblich trotz Allem einer sehr hohe Lebensqualität im Vergleich zu früher. (O-Ton des Arztes).

Mir liegt es fern, euch hier vorzujammern, (ich weiss, es ist Jammern auf hohem Niveau – es gibt genug Menschen, denen geht es viel schlechter als mir – aber es gibt noch mehr Menschen, denen geht es besser!) sondern ich möchte Euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. 
Ich überlege was ich tun soll.
Soll ich mir gleich eine andere Klinik suchen? Die Krankenkasse hat bereits geschrieben, dass sie eien Behandlung in Deutschland nicht bezahlen.

Soll ich einfach abwarten und annehmen, was da kommt in dem Bewusstsein, dass alles so ok ist, wie es ist?
Oder soll ich kämpfen? Wenn ja, wie?

Fragen über Fragen…. vielleicht habt ihr ja eine Antwort


Übrigens kam diese Woche bei Akte ein interessanter Bericht über Lipödeme – auch so ein Thema, das bei den Ärzten hier ganz nicht stattfindet. Meine Ärzte ignorieren diese Diagnose total – da heisst es nur, dass ich weiter abnehmen soll – auch an den Beinen.
Vielleicht wollt ihr euch das Video mal ansehen. Nur zur Info, die gezeigten Patientinnen haben alle ein Lipödem im Stadium 1 – ich habe Stadium 3.

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