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Sicherlich wartet Ihr schon auf meinen Bericht vom Swingstricktreff in Helmstedt.

Ich habe einige Tage gebraucht um mich von der langen Fahrt und den vielen Eindrücken zu erholen.
Aber nun der Reihe nach…
Nach einigem Nachdenken habe ich beschlossen in diesem Blog vom eigentlichen Stricktreff nichts zu erzählen, das mache ich auf meinem Strickblog .
Hier möchte ich die unterschiedlichen Häuser in denen wir übernachtet haben in Bezug auf Barrierefreiheit vorstellen und Euch von meinen allgemeinen Eindrücken berichten:

Wir sind bereits am Donnerstag weggefahren und haben uns mit Dagmar in Wilhelmsglücksbrunn  getroffen
Das Gut ist in der Nähe von Eisenach und wunderschön, etwas abseits gelegen.
Zum Hotel ist zu sagen, dass sie auf der Website angeben, dass es rollstuhltauglich sei. Leider ist es das nicht wirklich.
Ich sage mal… der Wille war da! 😉
Das Zimmer liegt in einem Nebengebäude.
Es gibt eine Rampe, allerdings mit Kopfsteinpflaster.
Direkt nach der Tür – die nach innen aufgeht – ist links ein winziger Aufzug, dessen Tür in die andere Richtung aufgeht. Man muss sich also irgendwie „dazwischenquetschen“, die Eingangstür geht aber dauernd automatisch auf und wieder zu, was das Ganze nicht unbedingt erleichtert.
Alleine ist das gar nicht möglich – wir haben es mit Hilfe von Dagmar hinbekommen.
Wenn man diese Hürde geschafft hat, kommt man in das sehr kleine Zimmer.
Das Bett darin ist nur 140 m breit, was definitiv für uns Beide sehr klein ist!!
Das Bad wiederum ist barrierefrei, der Waschtisch gut unterfahrbar.
Allerdings ist der Spiegel viel zu hoch angebracht und man hat im Rollstuhl sitzend, keine Chance sich zu sehen.

Das Restaurant, in dem man sehr gut essen kann, ist im Hauptgebäude. Es ist wunderschön und sehr gemütlich eingerichtet. Leider ist der Service nicht der Beste.
An der Rückseite des Hauses ist ein Eingang mit Rampe für Behinderte. Da der Weg dorthin ebenfalls mit Kopfsteinpflaster ausgelegt ist, wurde der Weg dorthin sehr abenteuerlich.
Vor Allem nachts, als wir vom Restaurant ins Zimmer zurückwollten war der Weg zumindest alleine gar nicht zu bewältigen.

Der Abend mit Dagmar war sehr schön und vor allen Dingen lang, da wir die halbe Nacht durchgequatscht haben.
Ich habe leider gar nicht geschlafen und war am nächsten Morgen alles Andere als ausgeschlafen.
Wir hatten dann auch keine Lust mehr, noch einmal den abenteuerlichen Weg ins Restaurant zu bewältigen und sind ohne Frühstück abgefahren.
Fazit: ein wunderschönes Hotel, allerdings nicht zu empfehlen für Rollstuhlfahrer.


Wir fuhren dann weiter nach Helmstedt zum Swingstricktreffen.
Dort waren wir im Ludgeruskloster, in dem auch die Veranstaltung war, untergebracht.
Wir wurden sehr freundlich begrüsst, allerdings war unser Zimmer erst am späten Nachmittag bezugsbereit.
Das Kloster ist barrierefrei!
Der Haupteingang und auch der Nebeneingang sind mit Rampen ausgerüstet.
Natürlich gibt es Türschwellen, die schweren Türen sind mit dem Rollstuhl nur schwer zu öffnen. Aber alle Türen sind breit und der Aufzug ist gross genug.
Die Zimmer sind allerdings sehr einfach eingerichtet. Lediglich zwei recht schmale Einzelbetten, ein einfacher Tisch und zwei Stühle – das wars dann auch schon.
Obwohl das Zimmer sehr gross war, wurde der Klostercharakter also erhalten und ich habe für mich festgestellt, dass ich wohl zu verwöhnt bin. 😉
Das Bad war recht gross. Da der Flur vor dem Bad zu eng und die Tür in die „falsche“ Richtung aufgeht, war es jedoch nicht möglich mit dem Rollstuhl rein zu kommen.
Auch das Waschbecken wäre mit dem Rollstuhl nicht unterfahrbar gewesen – ich bin mit dem Rollator ins Bad und hatte damit keine Probleme.

Die anderen Räume, in denen das Treffen stattfand, waren jedoch durchaus rollstuhltauglich.
Das Essen wurde immer in Buffetform präsentiert und traf leider gar nicht meinen Geschmack – aber da alle Anderen voll des Lobes waren – habe ich festgestellt, dass ich auch in diesem Bereich wohl zu verwöhnt bin.
Alles in Allem stimmte das Preis – Leistungsverhältnis sehr wohl!
Vor allen Dingen waren die Servicemitarbeiter durchwegs sehr nett und zuvorkommend.

Wer mehr über das Treffen erfahren möchte, der lese meinen anderen Blog 😉

Fazit: Mit dem Rollstuhl durchaus empfehlenswert, sehr einfach eingerichtet. Wenn man das Zimmer lediglich zum Übernachten nutzt, reicht der Komfort. Für solche Veranstaltungen optimal und empfehlenswert. Es ist geplant nächstes Jahr das gesamte Haus zu buchen, dann ist es sicherlich auch netter. Ich persönlich würde aber ein komfortableres Hotel bevorzugen.

Am Montag ging es dann wieder Richtung Schweiz mit einem Zwischenstop in Würzburg.
Wir hatten uns für Würzburg entschieden, weil es genau auf der halben Strecke liegt.
Über das Internet hatten wir ein barrierefreies Hotel gesucht und haben das Novotel gefunden.
Was soll ich sagen? Bis jetzt, das best geeignete Hotel für Rollstuhlfahrer.
Nicht ganz barrierefrei, weil der Eingang vom Parkhaus zum Lift alleine sicherlich nicht zu bewerkstelligen ist. Die Türen sind so angebracht, dass es nicht möglich ist sie ohne Hife zu öffnen, geschweige denn in den Lift zu kommen.
Im Erdgeschoss ist komplett alles breit genug für den Rollstuhl und es gibt keinerlei Türschwellen. Auch die Restaurants sind barrierefrei, das heisst die Tische sind weit genug auseinander, dass man ohne grössere Probleme vorbeifahren kann.
Das Essen war sehr lecker und auch das Preis- Leistungsverhältnis hat gestimmt.
Unser Zimmer war sehr schön, das Bad perfekt mit unterfahrbarem Waschbecken und Dusche mit Klappsitz (der auch schwerere Menschen aushält)!
Das einzige Manko war der Teppich und auch die Grösse des Zimmers. Da die Tür schräg angebracht ist, ist es etwas schwer mit dem Rollstuhl herein zu fahren.

Fazit: Ich würde sofort wieder dort übernachten und auch essen. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich. Was mir besonders gefallen hat, war dass nach unserer Rückkehr ein Fragebogen zur Kundenzufriedenheit in meinem Postfach lag. Ich habe diesen ehrlich ausgefüllt und womit ich gar nicht gerechnet habe, umgehend eine Antwort des Managements bekommen. 🙂

Am Dienstag ging es dann wieder nach Hause. Das Wochenende war zwar sehr anstrengend, aber wir haben gelernt, dass wir mittlerweile sehr gut, verreisen können und auch wenn die Gegebenheiten wegen Rollstuhltauglichkeit nicht optimal sind – wenn mein Rollator in der Nähe ist – kein Problem, dann laufe ich eben. 🙂

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