Tag 89 auf und ab der Gefühle
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Tag 92…. Operation abgesagt, der Narkosearzt hatte Angst. Und jetzt?
22. Mai 2012
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Tag 90 … Noch 12 Stunden

Ein weiterer spannender und für mich sehr langer Tag geht zu Ende und meine Gefühle schwanken immer noch hin und her, auf und ab.

Heute morgen um 6 Uhr bekam ich genau wie schon gestern eine Thrombosespritze und auch Blut wurde abgenommen.

Dann durfte ich das erste Mal überhaupt ausschlafen.. Juchhei

Ganz exklusiv wurde mir als Pflegerin gestern schon Anna zugeteilt… Sie sollte ( oder musste?) sich besonders um mich kümmern, was ich klasse fand – verbindet mich mit Anna doch mittlerweile eine besonders freundschaftliche Beziehung.

Sie war total lieb und hat mich auch gut abgelenkt – auch morgen früh wird vorrangig sie sich um mich kümmern und mich auch in den OP begleiten.

Vielen Dank schonmal dafür!

Dann meldeten sich heute ganz viele Freunde und Verwandte um mir Mut zuzusprechen und mir zu sagen, dass sie morgen an mich denken, Engel senden und für mich beten.

Auch dafür vielen vielen Dank – es hat mir sehr geholfen und die heutige Wartezeit erträglicher gemacht.

Heute Vormittag kam dann noch ein Arzt von der Intensivstation, der mir mitteilte, dass ich nach der heutigen Blutentnahme zuwenig rote Blutkörperchen hätte und sie mir deswegen vielleicht während der OP eine Blutkonserve geben müssten, aber das sei nicht schlimm, ich solle mir keine Gedanken machen.

Am Nachmittag kam er dann nochmal und teilte mir mit, dass der Anästhesist angeordnet hat, mir heute schon das Blut zu geben, damit während der OP auf jeden Fall gewährleistet ist, dass ich nicht zuviel Blut verliere… Also gut!

Dann wurde mir heute Nachmittag direkt ein Venenzugang gelegt und gerade eben bekam ich das Blut …. Jetzt habe ich also 250 ml Fremdblut in mir.. Und der Zugang für die Narkose ist auch schon da… 🙂 Ihr fragt, wie ich mich fühle?

Irgendwie ein bisschen wie wenn ich zum Zahnarzt müsste (will damit sagen dass ich Respekt habe, aber die Nervosität sich in Grenzen hält).

Sicher gibt es Augenblicke in denen ich das heulende Elend bekomme (wie vorher als sich mein Mann verabschiedet hat), aber das habe ich zumindest bis jetzt noch ganz gut im Griff.

Meistens fühle ich mich aber ungefähr so, wie wenn man eine lang geplante Urlaubsreise antritt…. Man kann es kaum erwarten dass es losgeht, hat Angst vor dem langen Flug (es ist die erste weite Flugreise), hofft auf einen guten Sitzplatz, einen störungsfreien Flug und eine sichere, weiche Landung und freut sich sehr auf die Ankunft in einem fremden Land und einen wunderschönen Urlaub.

Ob es ein Wellness-, Bade- oder Abenteuerurlaub wird bleibt einem Selbst überlassen….

Ich fliege morgen auch, der Chirurg ist der Pilot, die anderen Helferlein sind die Crew und ich komme anschliessend an in einem neuen Leben.

Was ich dann daraus mache, liegt allein an mir…. In diesem Sinne …. Ich schreibe hier weiter, wenn ich gelandet bin…. Macht euch keine Sorgen…. Turbulenzen wird es keine geben!

Eure Uschi

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