Tag 99…. Endlich Frischluft
29. Mai 2012
Tag 117 …. So schööön
16. Juni 2012
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Nun ist es schon einige Tage her und es ist höchste Zeit euch zu erzählen, wie es mir erging:
Nach einem sanften Start, folgt ein ruhiger Flugmit starkem Rückenwind und eine sichere, weiche Landung. Ich möchte mich an der Stelle bei der gesamten Crew für die tolle Rundumbetreuung bedanken!

05.06.2012
Obwohl die OP erst für den nächsten Tag geplant war, ging es bereits am Dienstag um 15 Uhr auf die Intensivstation. Bei diesem erneuten Anlauf war ich schon um einiges nervöser als beim ersten Mal… einesteils war ich mir sicher, dass alles gutgehen würde, andererseits hatte ich auch Angst vor dem Unbekannten.. was würde auf mich zukommen? Würde ich große Schmerzen haben, vielleicht doch Komplikationen… auf gut deutsch: mir ging ganz schön die Düse!
auf der Intensivstation empfingen mich gleich eine Menge Leute und nachdem ich das sexy Nachthemd angezogen hatte, kam auch schon der Narkosearzt um mir die Zugänge zu legen. Da dies bei meinen schlechten Venen sehr schwierig ist, wollten sie das vorab erledigen. Dr Hirlinger fragte mich, wo  er anfangen solle…. am Arm (Arterienkateter um den Blutdruck konstant messen zu können) oder am Hals (Zentraler Venenkateter für Blutentnahme und Infusionen).
Ich hab doch keine Ahnung und sagte mir sei das egal, klang beides nicht sehr spaßig…
OK.. dann eben erst den Arm – gesagt, getan und in kurzer Zeit war der Zugang gelegt…. nun die selbe Prozedur am Hals …. gar nicht lustig!
Nachdem  alles überstanden war, kam auch schon bald meine Henkermahlzeit… lecker Spargelsalat auf Rindercarpaccio…
Später kam mein Mann noch vorbei, diverse Freundinnen und meine Eltern riefen noch an um mir Mut zu zusprechen und bis ich mich versah war der Abend vorbei….
Leider konnte ich nicht so wirklich schlafen, auf der Intensivstation ist es doch ganz schön unruhig… irgendwo piepst es immer und wenn nicht, dann quatscht irgendwo jemand… wie immer in Stress-Situationen war ich relativ ruhig….

06.06.2012
Um 6:30 Uhr wurden mir die Wäscheutensilien hergestellt, ich habe noch kurz mit meinem Mann telefoniert und um 7:30 Uhr ging es in den OP. Dort erwarteten mich schon jede Menge Spezialisten zum Umlagern auf den Optisch…
Mein Mann hatte mir als Talisman einen kleinen Engel aus Engelstein mitgebracht, diesen schmuggelte ich in meiner Hand haltend (ich hatte links einen Verband wegen dem Arterienkateter und habe ihn dort reingesteckt) mit in den OP..
Ich weiss nur noch, dass die OP-Schwester beim Umlagern den Engel entdeckte, er wollte aus meiner Hand fallen, sie steckte ihn wieder zurück… Zeigefinger an die Lippen und „pssst“ 🙂
Dann kann ich mich erst wieder erinnern als ich auf der Intensivstation zu mir kam und der Arzt an meinem Bett stand, sagte dass alles vorbei sei, es sei fast ein Wunder und eine Turbo-OP gewesen, sie hätten nur 90 Minuten anstatt der geplanten 3 Stunden  gebraucht …. ich darauf: „das war doch klar, erzähle ich doch schon die ganze Zeit, aber ihr habt mir ja nicht geglaubt…“
Auch der Narkosearzt kam nochmal vorbei und sagte dass ich, wenn es in dem Tempo weitergehe direkt am nächsten Morgen wieder auf die Normalstation kommen würde.
Das nächste was ich erinnere ist, dass mein Mann bald schon kam… leider war ich nicht die große Unterhalterin, da ich immer wieder eingenickt bin.
Irgendwann ging mein Mann dann… obwohl ich total müde war, habe ich noch meine Eltern angerufen, wusste ich doch, dass sie (zwar von meinem Mann schon informiert) sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen ihres Töchterleins warteten….
Ansonsten fühlte ich mich wie wenn ich unter den Traktor gekommen wäre, Schmerzen hatte ich nicht wirklich, aber ich war total schlapp… außerdem hatte ich Durst ohne Ende…. durfte aber nur die Lippen befeuchten…
Obwohl ich total müde war, konnte ich nachts nicht wirklich schlafen… im Nachbarzimmer war ein Patient, der die ganze Nacht geschrien und gebrüllt hat… echt grausig… er tat mir total leid, aber nur solange bis ich am nächsten Morgen erfuhr, dass das ein junger Mann war, der wohl etwas viel zu viel über den Durst getrunken hatte…..

07.06.2012
Gleich morgens nach dem Waschen wurde ich von „meinen“ Mädels (Stationschwestern) abgeholt und in mein Zimmer gefahren…. das Hallo war groß und alle waren erfreut und mit mir erleichtert, dass alles so gut verlaufen ist…
Eigentlich habe ich dann den ganzen Tag mehr oder weniger verschlafen….die Schmerzen hielten sich dank der Infusionen in Grenzen und ich war einfach nur froh alles überstanden zu haben…
Irgendwann im  Laufe des Tages bekam ich auch noch Besuch vonmeinem Ernährungsberater, der mir erzählte dass ich ab morgen die berühmten Eiweissdrinks und Suppe bekommen würde 🙁

08.06.2012
Am Freitag ging es mir dann schon wieder ganz gut, täglich geht es seitdem etwas besser und nun wird nach einer geeigneten Rehaklinik gesucht damit ich baldmöglichst wieder auf die Beine komme und dann endlich endlich mein neues Leben beginnen kann…..

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