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Mittlerweile läuft es bei mir ganz gut.

Im wahrsten Sinne gehe ich Schritt für Schritt – jeden Tag ein bisschen mehr.
Anfangs war ich die meiste Zeit mit dem Rollstuhl innerhalb der Wohnung unterwegs, mittlerweile benutze ich den Rollstuhl als einzig einigermaßen bequeme Sitzmöglichkeit und wenn ich etwas brauche oder erledigen muss, stehe ich auf und laufe mit dem Rollator.

  • Ich kann in die Küche und mir selbst einen Kaffee holen, mir selbst etwas zu essen machen, an den Kühlschrank und etwas herausholen, stehend die Spülmaschine einräumen – und das OHNE Rollstuhl.
  • Ich kann im Stehen die Wäsche aus der Waschmaschine holen und in den Trockner räumen
  • Ich kann sogar – und das ist für mich wie ein kleines Wunder – zum Zähneputzen und waschen am Waschbecken stehen und muss mich nicht mehr dazu hinsetzen. 🙂
    Das Alles  konnte ich seit mindestens 10 Jahren nicht mehr – ich hatte sogar als wir noch in Deutschland wohnten, einen Stuhl vor dem Waschbecken stehen.
  • Ich kann auch den Rollator als Stuhl benutzen – das konnte ich früher nicht, weil ich keinen Platz darauf hatte.
  • Ich kann wieder selbstständig auf die Toilette gehen 

Endlich hat frau wieder sowas wie Privatsphäre – DAS ist Lebensqualität!! – sich ohne Hilfe zumindest innerhalb der Wohnung bewegen zu können.
Niemand Anderen mehr zu brauchen, nicht mehr angewiesen zu sein.

Aber es gibt auch einige Probleme – und diese haben fast alle mit der vielen überschüssigen Haut zu tun:

  • Ich kann nicht von niedrigen Sitzhöhen aufzustehen. Die Couch ist also tabu, wenn ich allein zuhause bin. 🙁
  • Ich kann überhaupt nicht auf „normalen“ Stühlen sitzen, weil die viele hängende Haut dabei stört und links und rechts vom Stuhl herunterhängt – das ist sehr schmerzhaft.
  • Ich kann nur auf dem Rücken schlafen, weil die Haut beim umdrehen hinderlich ist.

und meine grösstes Problem:

  • Ich kann mich nicht abwischen, wenn ich auf der Toilette bin. Früher war das schon ein Problem wegen der Fülle. Da ich aber relativ beweglich und keinerlei Rückenprobleme habe, habe ich das irgendwie immer geschafft. Aber nun ist da einfach zuviel Haut, die ich im wahrsten Sinne weghalten muss – und ich habe nun mal nur zwei Hände. ;-(

Letzteres ist ein Tabuthema, ich weiss das und habe mir lange überlegt ob ich darüber schreibe oder nicht. Ich habe mich dazu entschieden um mal darauf aufmerksam zu machen – denn ich glaube, damit Anderen einen wichtigen Tipp zu geben.
In der Reha habe ich eine MS kranke Frau kennengelernt. Sie hat mich offen darauf angesprochen, wie ich das mit der Toilette denn machen würde und mir erzählt, dass sie seit Jahren ein Dusch-WC hätte und ihr das, das Leben sehr erleichtern würde. Nun habe ich mich natürlich schlau gemacht. Es gibt mehrere Anbieter und unterschiedliche Systeme.

Wir haben uns für ein Geberit Aqua Clean 5000 plus entschieden.

Es hat gegenüber anderen Systemen den Vorteil, dass man es 30 Tage testen kann und es wieder abzumontieren ist, wenn man beispielsweise umzieht.

Natürlich wie immer eine Geldfrage – man hat wenig bis keine Chance dass die Kasse das bezahlt.
Aber ich finde es gut, dass es sowas gibt. Es erleichtert mein Leben enorm und ich denke auch später, nach den Haut OPs , wird es sehr hilfreich sein.

Dieses Thema begleitet uns alle und doch wird darüber so wenig gesprochen – auch in den Spitälern wird es nicht angesprochen. Dabei kann ich mir vorstellen, dass sehr viele Menschen damit ein Problem haben und einfach (genau wie ich) nicht wissen, dass es solche Hilfsmittel gibt.
Auch Rheumakranken, alten Menschen und anderen Behinderten würde ein solcher Aufsatz das Leben sehr erleichtern.
Ich finde, dass das in unserer heutigen Zeit in Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen Standard sein sollte.
Man gibt den Menschen damit Würde und Selbstbestimmung zurück! 

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