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Schatten

Schattenarbeit

 Schattenarbeit, was ist das eigentlich? Warum ist Schattenarbeit wichtig und wertvoll?

Bei vielen spirituellen Beratern hört man immer wieder, dass wir Licht sind. Licht ist stärker als Schatten und wenn wir das wissen, hat Schatten keine Chance.
Lange Zeit habe ich das auch so gesehen.
Als ich das erste Mal gehört habe, dass es wichtig ist, Schattenarbeit zu machen, hat sich alles in mir dagegen gesträubt.
Schattenarbeit! Ich?? Niemals, wenn ich das mache, beschäftige ich mich mit dem Negativen, mit dem was mir in meinem Leben nicht gefällt.
Nun hatte ich in vielen Jahren gelernt positiv zu denken. Wenn mir das Leben auch besch…. Karten gegeben hat, es liegt ja an mir was ich daraus mache.

Es gibt Licht und Schatten.

Ich kann mich natürlich mit dem Dunklen, dem Negativen, dem Schatten  beschäftigen, aber bringt mich das weiter?
Ist es hilfreich mich damit auseinander zu? Verstärke ich den Schatten nicht dadurch?

Schatten

Tatsächlich dachte ich, wenn ich mir den Schatten ansehe, darin herumstochere, mache ich alles noch schlimmer und werde zum Opfer. Wollte ich mir so genau ansehen, warum „es“ so war, wie es eben war? Das würde erstmal weh tun, ich bekäme das Gefühl „nicht richtig“ zu sein usw.

Zu oft hatte ich bei Bekannten erlebt, dass sie tiefe Depressionen hatten und Antidepressiva nahmen um mit ihrem Schatten zurecht zu kommen.

Diese Einstellung änderte sich erst, als ich erkannte, dass unter Schattenarbeit nicht gemeint ist immer und immer wieder in alten Wunden zu stochern, umzugraben und zu erforschen was vielleicht irgendwann mal gewesen sein könnte. Es ist nicht damit gemeint in den Schmerz zu gehen, sich dort zu vergraben und sich zu bemitleiden.
Es ist lediglich damit gemeint, sich dem Schatten, den verborgenen Dingen die in uns schlummern, zu stellen. Sie von außen „neutral“ zu beobachten. Ja, wir sind Licht und mit diesem Licht beleuchten wir den Schatten und machen ihn heller oder lösen ihn sogar ganz auf. Wir integrieren diesen Seelenanteil wieder in uns.

 Schattenarbeit, was ist das eigentlich? Warum ist Schattenarbeit wichtig und wertvoll? Was versteht man dann unter Schattenarbeit?!

Schatten sind die Teile in uns, die wir unterdrückt haben, denen wir uns nicht wirklich stellen möchten. Es sind die Teile in uns die wir nicht mögen.

  • Wer gesteht sich schon gerne ein z.B. aggressiv zu sein?
  • Wer gesteht sich schon gerne ein hyperempfindlich zu sein?
  • Wer gesteht sich schon gerne ein auf bestimmte Menschen unfreundlich zu reagieren usw.?
  • Wer gesteht sich schon gerne ein, dass er von sich glaubt nicht gut genug zu sein?

Dies sind Teile unseres Wesens, die wir nicht so gerne zeigen möchten. Sehr oft möchten wir sie auch uns selbst nicht zeigen. Wir haben diese Glaubenssätze, unverarbeitete Erfahrungen und Tabus ganz tief in unserm Unterbewusstsein vergraben.
Wenn wir uns diese Teile nie ansehen, können daraus Ängste und Schuldgefühle, Krankheiten und sonstige Disharmonien, Lebenskrisen und Partnerschaftsprobleme entstehen ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
Wir können uns selbst und die Welt nicht heilen, wenn wir nicht bereit sind uns selbst zu erkennen, zu reflektieren und die Verantwortung zu übernehmen.

Da ich ein visueller Mensch bin, stelle ich mir vor, dass wir diese unbewussten, abgespaltenen Teile von uns in einen Rucksack werfen.

Rucksack

Wenn wir nun diesen Sack immer weiter füllen, wird er immer schwerer und wir benötigen sehr viel Energie um ihn mit uns herumzuschleppen. Der Rucksack drückt uns nach unten, manchmal bricht er uns regelrecht das Kreuz.
Deswegen ist es gut, hin und wieder diesen Rucksack auszumisten. Es ist gut sich einen Teil anzusehen. Es kann gut sein, dass wir dann in unserem Sack auch einen Schatz entdecken, einen Teil in uns, der gesehen und Wert geschätzt werden möchte.
Wenn ein Teil extrem lange in dem Rucksack liegt, kann es sein, dass er modert und Schimmel angesetzt hat.

Diese Schatten können uns das Leben ziemlich madigmachen. Deswegen haben wir sie ursprünglich in den Sack gesteckt.

Wie arbeite ich denn nun mit den Schatten in mir?

Schattenarbeit vergleiche ich gerne mit Bomben entschärfen.

Fliegerbombe

Ich denke dabei an die Bomben aus dem letzten Weltkrieg. Sie liegen oft seit vielen Jahrzehnten unerkannt unter uns, dann werden sie entdeckt. Um die Sicherheit zu gewährleisten werden die Menschen in der Umgebung in Sicherheit gebracht, die Bomben werden  vorsichtig geborgen und dann wird sie entschärft.

Genauso gehen wir mit der Arbeit an unsrem Schatten vor.
Als erstes sichern wir den (mentalen) Raum in dem wir uns befinden. Es macht meine Meinung nach keinen Sinn in einem nicht stabilen Umfeld die Schatten anzusehen.
Ich persönlich bin der Meinung, dass ich an Tagen an denen es mir sowieso nicht gut geht keine Schattenarbeit machen sollte. Die Schatten schaue ich mir dann an, wenn ich mich mental stabil fühle.
Nun schauen wir uns das Teil erstmal von außen an – vorsichtig und achtsam gehen wir dabei vor. Dazu gehört es aus allen Perspektiven auf den Schatten zu schauen. Es kann sein, dass uns eine Seite des Schattens sogar sehr gut gefällt und er durchaus verführerisch daherkommt. Wenn man es dann genau ansieht, praktisch unter den Mantel sieht, ist es hässlich und unnütz.
Ich erkenne also erstmal an, dass es da einen Schatten gibt! Ich bin bereit den Schatten zu sehen und ihn wieder hervorzuholen, ich schenke ihm Beachtung.
Für mich persönlich ist das der wichtigste erste Schritt. Wenn ich die blinden Flecken (Schatten) übersehe, dann kann ich sie auch nicht ändern und muss mich nicht wundern, wenn der Schatten mich irgendwann einholt.

    1. Am besten kann ich es an einem Beispiel erklären. Mein ewiges Problem ist der Zweifel an mir selbst. Ich stelle mir diesen Zweifel nun als Person vor.
      Der Herr Zweifel ist einer meiner Ratgeber, er ist immer da und plappert auf mich ein. Ich setze diesen imaginären Herrn auf einen Stuhl in der Ecke und beobachte von außen, was mit mir passiert. Was stört mich an ihm? Wie fühle ich mich, wenn er immer wieder recht haben will?
    2. Im zweiten Schritt gehe ich in den Dialog mit Herrn Zweifel. Ich frage ihn, wer er ist, wo er herkommt, warum er immer wieder erscheint. Was will er mir sagen? Warum ist er so aufdringlich?
      Ich lasse ihn antworte und schreibe mir die Antworten auf.
    3. Im dritten Schritt fühle ich mich in Herrn Zweifel ein. Ich schlüpfe praktisch in seine Rolle und schildere aus seiner Perspektive die Situation.
      Er könnte zum Beispiel sagen: „Ich bin Herr Zweifel und bin einer deiner wichtigsten Ratgeber. Ich möchte anerkannt werden, denn ich beschütze dich vor Situationen in denen du nicht achtsam bist. Ich meine es nur gut mit dir. Du musst keine Angst vor mir haben. Ich erscheine immer dann, wenn ich mir Sorgen um dich mache. Ich möchte gehört werden. Ich bitte dich einfach nur mich anzuhören und dann zu entscheiden ob du meinem Rat folgen willst. Falls es sich für dich nicht gut anfühlt, ist das durchaus OK für mich und ich kann dann auch meinen Mund halten. Wenn du mich total ignorierst, muss ich mich irgendwie bemerkbar und werde immer lauter. Irgendwann wirst du mir zuhören. Erst wenn Du mir zuhörst fühle ich mich gesehen und anerkannt und bin dann still.“Bei der Schattenarbeit konfrontieren wir uns also direkt mit dem Dunklen in uns, sprechen es an und lösen uns von dem entstandenen Trauma. Damit ist ein Teil des Rucksackes entsorgt und der Rucksack wird leichter. Wir fühlen uns in diesen abgespaltenen Teil von uns ein und integrieren ihn wieder.Diese Schattenarbeit kann man mit allen Situationen und Personen machen, bei denen wir bemerken dass wir ein Problem damit haben.
      Meist hat es gar nichts mit der jeweiligen Person zu tun, sondern nur mit der Geschichte die wir uns selbst erzählen.licht in den schatten bringen
      Schattenarbeit ist nie wirklich beendet, denn kaum haben wir ein Teil aus unserem Rucksack genommen, begegnet uns sicherlich etwas Anderes.
      In jedem Augenblick kann dir etwas passieren, was dich mit deinem Schatten konfrontiert. Du begegnest einer Person und ärgerst dich über sie.
      Durch die Schattenarbeit findest du dann vielleicht heraus, dass diese Person eine Eigenschaft hat, die dich an beispielsweise deine Schwiegermutter erinnert.
      Du hast also gar kein Problem mit dieser Person, sondern eher mit deiner Schwiegermutter.
      Und schon wieder kannst du Schattenarbeit machen, indem du ergründest welches Problem du mit deiner Schwiegermutter wirklich hast.

      Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.

      Mittlerweile weiß ich meinen Schatten durchaus zu schätzen. Er hält mich davon ab, mich in meinem Licht zu sonnen und so hell zu scheinen, dass sich Andere an meinem Licht verbrennen. Ich persönlich glaube nicht daran, dass es Menschen gibt, die keinen Schatten haben. Irgendetwas gibt es immer zu integrieren, zu löschen und aufzuarbeiten.

      Die Aufarbeitung unserer Schatten lässt uns wachsen.
      Es gibt also viel zu tun – packen wir es an. Wenn du dabei gerne unterstützt werden willst, ich bin für Dich da.
      Du wirst sehen, es macht Spaß sich von diesen Lasten zu befreien. Viel Erfolg dabei. <3

      In dieser Meditation führt Dich Dr. Ruediger Dahlke durch den Prozess.

 

 

 

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