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Sardinienurlaub Teil 2 – Hotel Aquadulci in Chia

Nachmittags gegen 14:30 kamen wir im Hotel Aquadulci an. Auch hier wurden wir sehr nett begrüßt und ein Parkplatz stand bereit.
Tja und dann kam die Ernüchterung:
Ich hatte ein Zimmer mit Meerblick gebucht. Als Dieter sich das Zimmer im 1.Stock bei unserer Ankunft ansah, stellte er fest, dass das Zimmer einen (weit entfernten) Meerblick hatte, aber alles andere als geeignet für uns war. Es war viel zu klein, bereits der Zimmereingang hatte eine kleine Schwelle und war so eng, dass ich keine Chance hätte mit dem Rolli hereinzukommen. Auch in das Bad hätte ich mit dem Rollstuhl und dem Rollator keine Chance reinzukommen.
Daraufhin bekamen wir ein anderes Zimmer im Erdgeschoss, das etwas grösser ist.

Aber es ist trotzdem  sehr klein – wir bekommen unsere Sachen fast nicht unter – und vor Allem ist es sehr dunkel! Es gibt eine Terrasse, die für mich leider fast nicht begehbar ist, da die Tür zu schmal für den Rollator ist (vom Rolli spreche ich erst gar nicht).
Um die Terrasse ist eine ca. 2,50m hohe Hecke, die dazu führt dass man in dem Zimmer auch tagsüber (zumindest zum Stricken) Licht benötigt.
Ich hatte dem Reisebüro mitgeteilt, dass ich zwar für grössere Strecke den Rolli benötige, aber ansonsten auch mit dem Rollator gehen kann.
Das war ein Fehler! Das Bad des Zimmers war so klein, dass ich auch mit dem Rollator kaum eine Chance hatte hereinzukommen – vor die Toilette damit zu kommen war unmöglich, denn genau davor war die Duschkabine. 
Natürlich würden wir eine Lösung finden, keine Frage – aber wir haben sehr viel Geld für das Zimmer ausgegeben und hatten uns etwas Anderes gewünscht!
Na gut – wir wollten uns ja nicht den ganzen Tag im Zimmer aufhalten und wenn alles Andere stimmte – was soll’s! 
Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, wollten wir erstmal eine Kleinigkeit essen – es war 14:30 Uhr und seit dem Frühstück hatten wir nichts mehr gegessen.
Da das Restaurant erst ab 19:30 Uhr öffnete machten wir es uns an der Poolbar bequem. Leider war es nicht möglich zwischen 14:30 Uhr – 19:30 Uhr etwas aus der Küche zu bestellen – erst als wir uns an der Rezeption erkundigten, wo das nächste offene Restaurant ist, bekamen wir wenigstens einen lieblos zusammengestellten Eisbecher. 

Nur nicht unterkriegen lassen – die Anlage sah im Grossen und Ganzen auf den ersten Blick sehr schön aus – der Pool war wunderschön – aber….. WO war das Meer??
Ich wusste vom Reisebüro dass das Hotel nicht direkt am Strand lag, sondern durch eine Salzwasserlagune getrennt einige Meter entfernt lag.
Die Mitarbeiterin des Reisebüros versicherter mir aber, dass es gar kein Problem sei, mit dem Rolli an den Strand zu kommen – es gehe sogar ein Steg aus Holzbohle dorthin.

Nun suchte mein Mann also den Strandzugang…. Er ging durch den Garten des Hotels über (nicht mit dem Rolli befahrbare) Natursteine, dann weiter über eine unbefestigte Schotterstrasse bergab, dann über einen Parkplatz und dann kam der Steg. Falls mein Rollstuhl die Natursteine und die Schotterstrasse überleben sollte, der Steg war einedeutig befahrbar und lag in der Sonne in ca. 600 m Entfernung zum Strand. Diese Strecke war meinem Mann zu weit alleine in der Mittagshitze zu laufen – geschweige denn mit mir im Rollstuhl. Der Rollator, Krücken und Badesachen müssten auch irgendwie transportiert werden.
NEIN, in diesem Hotel zum Strand zu kommen, war nicht machbar!!!
Selbstredend waren wir enttäuscht und frustiert – ich hätte am Liebsten sofort wieder gepackt und mir ein anderes Hotel gesucht. Aber wir beschlossen erstmal drüber zu schlafen- wenn alles rundum stimmen würde, wäre es für uns auch ok.
Lange Rede – kurzer Sinn! Es war nicht OK! Das Essen war zwar durchschnittlich gut, aber nichts Besonderes und die Servicemitarbeiter waren durchweg

unfreundlich und man hatte das Gefühl lästig zu sein. Dabei wurde sehr viel Wert auf Etikette gelegt, wir wurden bei unserer Ankunft bereits darauf hingewiesen, dass man am Abend viel Wert auf die „richtige“ Kleidung legen würde.

Kurzum – wir fühlten uns alles Andere als wohl und schrieben am nächsten Morgen an unser Reisebüro und wollten umbuchen.
Leider war das nicht möglich, wir hätten zwar in unser nächstes Hotel im Norden der Insel früher kommen können, aber das Aquadulci war nicht bereit das Geld, das wir bereits bezahlt hatten zurückzubezahlen – und doppelt zahlen, das wollten und konnten wir nicht.
Wir haben also beschlossen, das Beste aus der Situation zu machen und setzten uns erstmal ins Auto um die Gegend zu erkunden. Im Hotel am Pool zu liegen, dazu hatten wir keine Lust – zumal auch der Pool nur zu bestimmten Zeiten benutzt werden durfte.

Und wir fanden eine wunderschöne Bucht an der Anderen – die Meisten leider nicht rollstuhlgeeignet.
Als wir schon „aufgeben“ wollte, entdeckte mein Mann durch „Zufall“ beim Fotografieren eine ganz versteckte kleine Bucht, die wir uns unbedingt ansehen wollten.
Wir erkundschafteten den abentuerlichen Weg dorthin und was soll ich sagen… seht selbst:
Ein wunderschöner Strand, mit Liegen und Schirmen – wir durften direkt davor parken und so war es auch für mich recht einfach an den Strand zu kommen,
Die Betreiber des „Malfatona Beach“  sehr sehr nett und zuvorkommend. Wir hatten „unseren“ Platz gefunden – dort konnten wir es aushalten – und uns wurde klar, dass wir in dieses Hotel „mussten“, um diesen Strand kennenzulernen.
Am Mittag wurde dort sogar frisch gekocht – und wir haben nirgends auf der Insel so gut gegessen wie dort. Es wurde fangfrischer Fisch gezeigt und man durfte sich aussuchen, welcher gegrillt werden sollte. Mein Mann, der eigentlich wegen der Gräten selten Fisch iss, war genauso begeistert wie ich. Die von uns bestellte Dorade wurde sehr liebevoll für uns filetiert und serviert.
SO stelle ich mit italienische Gastfreundschaft vor! Einfach herrlich!
Es war wie in meinem Traum –ein kleiner Strand, wenig Leute – einfach nur genial.
Dort verbrachten wir also unsere Tage an der Südküste Sardiniens – ohne Internet, facebook und Handy.
Und es war toll!
Aber  es war ständig ein kalter Wind und mich fror erbärmlich.
Am zweiten Tag habe ich mich sogar in eine Wolldecke gekuschelt, weil mir so kalt war.

Und am nächsten Tag – dem Sonntag war ich so erkältet, dass wir nicht in die Bucht fuhren, sondern uns das Dorf „Pula“ angeschaut haben – einen wunderschönen

kleinen Ort mit einer Kirche, die uns sehr an Don Camillo und  Peppone erinnert hat.

Ein  Wort noch zum Hotel. Wir waren nicht die einzigen Gäste, die nicht zufrieden waren. Ein anderer Gast bezeichnete das Hotel als „Mogelpackung“, sie versprechen auf ihrer website mehr als sie halten können. 
Das Preis- Leistungsverhältnis stimmt gar nicht, statt 4 Sternen ist es unserer Meinung nach höchstens 3 Sterne wert und das hat NICHTS damit zu tun, dass es nicht behindertengerecht ist. Das würde ich auch sagen, wenn ich nicht auf Gehhilfen angewiesen wäre. Auf keinen Fall möchte ich dieses Hotel weiterempfehlen  – nicht zu diesem Preis!
Aber falls Ihr mal im Süden der Insel seid – ein J 

Trip zur Malfatano Bucht lohnt sich auf jeden Fall – dort ist es zwar einfach, das Essen wird auf Papptellern serviert – aber es stimmt dort einfach alles und wir hoffen sehr, dass wir eines Tages dort nochmal hinfahren können (vielleicht mit dem Schiff, wenn wir mal einen Segeltörn machen 🙂 )

Am Montag, den 30.07 ging es hustend und schniefend  auf die nächste Etappe unserer Reise – in den Norden….. 

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