hoher Besuch
11. Dezember 2011
Lachen Tag 1
20. Februar 2012
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Nun bin ich insgesamt 5 Wochen in der Rehaklinik gewesen.
Leider habe ich mich dort von Anfang an nicht wohlgefühlt. Man merkt ganz klar den Pflegenotstand in Deutschland – im Vergleich zum Spital Schwyz kam ich mir vor als ob ich vom 5-Sterne-Hotel in eine Jugendherberge versetzt worden wäre…
Um einen kleinen Einblick zu erhalten, schildere ich euch einfach mal den ersten Tag:
Die Schwyzer transportierten mich auf abenteuerliche Weise, aber sicher (alle waren sehr nett) nach Deutschland.
Dort angekommen übergaben sie mich (im Rollstuhl sitzend) sozusagen an der Tür an das Empfangskomitee der Rehaklinik.
Diese schoben mich dann durch den Notfalleingang in mein Zimmer. Dort setzte ich mich erstmal mehr recht als schlecht auf das für mich zu hohe und nur 90 cm breite Bett, das zu allem Ueberfluss auch noch an der Wand stand.
Kurze Zeit später kam der Stationsarzt für das Anamnesegespräch. Dieser war sehr nett und verständnisvoll.
Als er sich verabschiedete, sagte er es würde gleich die schwester kommen und mir alles erklären usw.
Also sass ich erstmal auf dem Bett, leider konnte ich mich nicht hinlegen- weil das Bett eben eigentlich zu hoch war und ich nur am Bettrand sass.
Ich fror erbärmlich in meinem dünnen Nachthemd und wartete also. Leider hatte ich auch nicht die Möglichkeit aufzustehen um mich anders hinzusetzen – der Rollator stand ewig weit weg. Nach der Schwester klingeln konnte ich auch nicht – das Telefon funktionierte noch nicht und die Notfallklingel war nicht in Reichweite!
Also wartete ich und wartete und wartete….
Geschlagene 3 STUNDEN später ging die Tür auf, 2 ältere Frauen kamen herein, blieben am Türrahmen stehen, musterten mich von oben bis unten, eine der Frauen stöhnte auf:“OH Jesus!“ und bis ich überhaupt kapierte was los war, fiel die Tür von aussen wieder zu.
Kurze Zeit später kam sie dann wieder und stotterte so was wie eine Entschuldigung, es sei nicht persönlich gemeint gewesen, aber sie sei von der Volumenmessung und habe nur meine Elefantösen Beine gesehen und sich überlegt wie sie da messen soll….. sehr aufbauend, oder!?
In diesem Stil ging es, was die Pflegekräfte (es waren auch einige nette Pflegerinnen dabei, aber die Mehrzahl einfach unfreundlich, überarbeitet und frustriert!) betraf weiter – ohne Worte, sonst rege ich mich im Nachhinein noch auf. Die Physios und auch die Ärzte machten einen sehr kompetenten Eindruck und waren überwiegend sehr nett – das war auch der Grund warum ich blieb, ansonsten wäre ich gleich am ersten Tag wieder nach Hause gefahren.
Ich war in Bad Säckingen über Weihnachten und Sylvester und wurde dort am 16. Januar entlassen.
Ich habe in der 6 Wochen 25 kg (alles Wasser) abgenommen, habe aber durch die Feiertage und Krankheitbedingt meiner Meinung nach viel zu wenig Krankengymnastik bekommen und bin jetzt auch nicht mobiler wie vorher – im Gegenteil.
Nun bin ich wieder zu hause und stelle fest, mir geht es besch…. ohne die Hilfe von Dieter kann ich gar nicht mehr aufstehen und innerhalb kürzester Zeit liefen meine Beine wieder voll – ich kann mich nicht wiegen, aber Gefühlsmassig habe ich alles was ich in der Reha abgenommen habe, in den 3 Wochen zu hause wieder zugenommen.

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