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Karsamstag:

Wie geplant fuhren wir am Samstag morgen nach Mülheim an der Ruhr zu Gudrun Koenen.
Nun muss man wissen, dass ich seit ca. 18 Jahren meine Klamotten ausschließlich bei Ihr kaufe. Sie ist meines Wissens nach die Einzige Designerin, die für wirklich große Größen (ab Größe 60 nach oben offen) schneidert.
Bis zu meinem Umzug von Bayern nach Köln war es sehr schwierig für mich an schöne Kleidung zu kommen. Natürlich gibt es Ulla Popken und andere sogenannte XXL Läden, aber diese hören eben bei Größe 60 auf. Und was machen Menschen wie ich??
Umso glücklicher war ich, als ich 1997 Gudrun Koenen kennen lernte.

Bei meinem ersten Besuch in ihrem Laden kam ich mir vor wie im Schlaraffenland – wie cool war das denn? Ein ganzer Laden mit Kleidung die mir passte – nein, es waren sogar viele Sachen da, die mir zu groß waren. 🙂
Grudrun Koenen nimmt Mass und passt die Kleidung, die nicht passt, an. Dabei muss man wissen, dass es alle Kleidungsstücke nur einmal gibt – also alles Unikate.
Meine Klamotten sind also einmalig und es kann mir gar nicht passieren, dass jemand anderer die gleiche Bluse hat. Und das Alles zu einem bezahlbaren Preis!
Nun war ich aber seit ca. 15 Jahren nicht mehr bei Gudrun Koenen. Sie hatte meine Masse und wenn ich was brauchte, schickte sie mir immer eine Auswahl.
Ich konnte also nach Herzenslust zuhause in Ruhe anprobieren und dann entscheiden, welche Sachen ich behalten und welche ich zurückschicken wollte.

Im Moment habe ich eine sehr komplizierte Figur (wenn man von einer Figur sprechen kann). Schultern und Oberkörper relativ schlank, der Rest durch die Ödeme und Hautlappen bedingt sehr unproportioniert und dick.
Also sind wir am Samstag extra zu Gudrun Koenen gefahren, damit sie meine neuen Masse nimmt. Natürlich hatte ich die Hoffnung, vielleicht einige passende Klamotten zu finden.
Leider war das nicht der Fall.
Ich habe laut Gudrun K. an den Schultern und Oberkörper Größe 42 (ich bin mir sicher, dass sie sich versprochen hat und sie Gr. 52 meinte!) , aber Oberarme und Bauchumfang ist viel grösser wegen der überschüssigen Haut. Noch extremer ist meine Hosengröße.
Also habe ich mir ganz viele Kleidungsstücke ausgesucht – Gudrun Koenen wird sie anpassen und mir dann schicken. Also – mal wieder ist  Geduld angesagt und auch ihr müsst euch noch etwas gedulden, ehe ich euch meine Neuerwerbungen zeigen kann.

Obwohl….. da es mir so kalt war, habe ich direkt einen Pulli und ein Cape mitgenommen – zwar auch wieder viel zu groß, aber der Pulli wird nachträglich angepasst – Hauptsache ich musste nicht mehr frieren. 😉

Am Nachmittag verabschiedeten wir uns um wieder zurückzufahren. Mein Mann schob mich mit meinem Rolli aus dem Gebäude. Am Eingang ist eine einzige kleine Stufe und beim Herausfahren brachen die Fuss-Stützen meines Rollstuhles wieder ab. Diesmal alle Beide.
Nun waren wir also in Mülheim a. d. Ruhr, es war Samstag nachmittag und mein Rollstuhl war wirklich kaputt. Mit Müh und Not konnte ich ins Auto bugsiert werden – aber wie bitte sollten wir die nächsten Tage bewältigen??
Ohne Rollstuhl? Undenkbar!
Nun ist mein Mann gebürtiger Kölner und seine Familie wohnt bei Köln. Paul, sein Bruder ist Handwerker und mein Mann rief ihn an . Gott sei Dank war er auch zuhause und wir fuhren schnurstracks zu ihm. Er konnte meinen Rolli reparieren – aber nur provisorisch – es muss definitiv eine andere Lösung her- im Moment ist dieser Rolli für mich allein nicht brauchbar. Ohne Hilfe kann ich diese Fuß-Stützen weder verstellen, noch ganz herausmachen. Und das muss ich können um  selbstständig aus dem Rollstuhl aufzustehen.

Nachdem der Rollstuhl notdürftig repariert war, fuhren wir wieder in Hotel. Dort trafen wir am Abend meine ehemalige Angestellte und mittlerweile gute Freundin Christiane und ihre Freund.
Obwohl wir uns seit 4 Jahren nicht gesehen haben und auch nur sehr sporadisch Kontakt haben, war es als ob wir uns gestern das letzte Mal gesehen hätten.
Ich habe es sehr genossen und der Abend verflog nur so.
Wir haben uns fest vorgenommen uns bald mal wieder zu sehen und nicht wieder 4 Jahre zu warten. Na, schau mer mal! 😉

Ostersonntag:

Nun mache ich es etwas kürzer…. 🙂
Am Mittag trafen wir uns zum Essen mit Dieters Bruder Paul, seiner Frau Klarissa und Dieters Schwester Liane.
Nachdem die Familie sich am Nachmittag verabschiedet hatte, kam direkt im Anschluss Conni, eine sehr gute Freundin.


Ich habe Conni vor ca. 16 Jahren kennengelernt. Sie wohnte mit ihrem damaligen Mann und ihrer Tochter genau gegenüber.
Später arbeitete Conni ebenfalls bei mir und wir wurden gute Freundinnen.
Leider haben auch wir uns in den letzten Jahren aus den Augen verloren. Umso grösser meine Freude, dass Conni Zeit und Lust hatte sich mit uns zu treffen.
Sie wusste bisher nichts von diesem Blog und war daher gar nicht informiert darüber, was bei uns die letzten Jahre los war. Umso grösser das Erstaunen als sie mich sah. Es gab sehr viel zu erzählen und wurde ein wunderschöner Nachmittag und Abend. Ich hoffe sehr, dass es nun nicht mehr so lange dauert bis wir uns wiedersehen.

Ostermontag:

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf die Heimreise.
Für die Rückfahrt brauchten wir „nur“ 8 Stunden und wir kamen erschöpft, aber glücklich am frühen Abend zuhause an.

In der Nachschau glaube ich, dass diese kurze Reise für mich die eigentliche Reha war – ich bin wieder angekommen im Leben und ich bin sehr froh, dass wir (trotz der vielen Warnungen von wegen Überforderung) gefahren sind.
Glücklich sehe ich  immer positiver der Zukunft entgegen…. jetzt gehts erst richtig los…. packen wir`s an. 🙂

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