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meine Weihnachtsdecke
Mein Weihnachtsmärchen
27. Dezember 2013
Das neue Jahr ist angekommen…
3. Januar 2014
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Dieses Jahr war für Viele ein besonderes Jahr – so auch für mich. In diesem Post möchte ich mal eine Rückschau halten – was ist eigentlich wirklich passiert?
Was war gut, was war weniger gut, was hat sich verändert?

Januar:

  • Ich bin nach wie vor ausschliesslich ans Bett „gefesselt“, da ich noch zu schwer für eine Lifter bin und mit meinen kaputten Knien nicht aufstehen kann. Das geht mit damals schon an die Substanz und ich werde ungeduldig.
  • Lenke mich ab mit Stricken und erstelle meinen Strickengelblog (dort gibt es auch eine Rückschau!)
  • Ich mache das erste „vorher – nachher“ Foto um mich selbst von den Veränderungen zu überzeugen

Februar:

  •  Ich bin ganz dem Stricken verfallen und vollauf damit beschäftigt, den neuen Blog zu füllen
  • Psychisch geht es mir etwas besser als Ende des letzten Jahres, aber mir fällt die Decke auf den Kopf.
  • Nach wie vor trainiere ich regelmässig mit meiner Personaltrainerin Michelle und bekomme einmal die Woche Lymphdrainage.
    Das Personaltraining finanzieren wir selbst, die Krankenkasse würde nur Krankengymnastik bezahlen – das bringt mir aber nicht viel, da bei der Gymnastik aufgehört wird, sobald es weh tut und wenn es danach geht, könnte ich meine Beine gar nicht heben. 
  • Ich vermisse meine Familie sehr, aber Anrufe machen es für mich nur noch schlimmer und so ziehe ich mich immer mehr von Familie und Freunden zurück. 
  • Um nicht zu „jammern“ mache ich nicht mal hier im Blog Einträge – ich möchte nicht, dass Andere merken wie mies es mir psychisch geht.

März:

  •  Mir geht es immer noch nicht gut. Ich nehme ab, da ich mich aber nicht wiegen kann und mich in meinem Bett sitzend auch nicht sehe, fällt es mir persönlich nicht auf, wie sehr ich mich verändert habe.
  • Mein Mann hat am 9.März Geburtstag  – und wir merken sehr deutlich, was passiert, wenn man nicht am Leben teilnehmen kann. Es meldet sich ausser meinen Eltern, seiner Mutter und seiner Schwester NIEMAND – kein Anruf, kein Glückwunsch, kein Geschenk.
    Sogenannte Freunde und auch der Rest meiner Familie scheinen uns vergessen zu haben – aus den Augen aus dem Sinn. Schade, aber irgendwie auch heilsam.

April:

  • Es ist Frühling und mir geht es – hauptsächlich durch das Stricken und die dadurch entstandenen Freundschaften – sehr viel besser. 
  • Aber trotz eifrigen Bemühens und Training schaffe ich es einfach nicht aufzustehen, meine Knie zu belasten. Noch glaube ich, dass ich es schaffen könnte, nur durch meinen Willen, wenigstens einige Schritte zu laufen. Ich habe das Warten auf eine Knie OP so satt! Aber es gibt langsam Hoffnung.
  • Aber ich bin auch unglaublich traurig darüber, dass ich am 1. April den 70. Geburtstag meiner Mutter nicht mitfeiern kann.
  • Ich habe endlich einen Friseur gefunden, der ins Haus kommt und mir endlich Farbe und einen neuen Schnitt verpasst hat. Das macht mich so glücklich, dass wir wieder ein neues vorher-nachher Bild machen.
  • Ende des Monats kaufen wir endlich einen Lifter, er zieht mich hoch und ich stehe!

Mai:

  • Durch den Kauf des Lifters und eines Pflegestuhls mit Rollen ist es mir möglich endlich aus dem Bett zu kommen. Bisher nur stundenweise, aber ich bin glücklich.
  • Wir sind bei unseren Nachbarn ein Stockwerk über uns eingeladen und Dank des neuen Pflegestuhles können wir die Einladung annehmen
  • Ich komme das erste Mal seit Oktober 2011 aus der Wohnung (wenn man von den Transporten mit dem Sanitätswagen absieht).
  • Mit Hilfe des Lifters konnte ich mich endlich wiegen und weiss jetzt, dass ich seit der OP ca 120 kg abgenommen habe. Also Zielvorgabe der Ärzte erfüllt!:-)
  • Ich bin unglaublich stolz darauf – immerhin habe ich das mehr oder weniger im Bett liegend geschafft – wie wäre es erst, wenn ich in der Lage gewesen wäre, zu laufen und mich mehr zu bewegen?!
  • Ausserdem benötige ich keinerlei Medikamente mehr – Schmerzmittel wegen den Knien nehme ich sowieso keine, da sie sowieso nicht helfen und ich sie seit der OP nicht vertrage.

Juni

  • Es ist Sommer und mir geht es psychisch wieder gut. 
  • Genau ein Jahr ist seit der OP vergangen. Auf dem Foto sieht man den Unterschied sehr deutlich.
  • Nun habe ich genug abgenommen, dass ich in einen Rollstuhl passe. Mein Mann besorgt mir einen, mit dem ich auf die Terasse komme. Dadurch vergrössert sich mein Radius ernorm.
  • Ein unglaublich tolles Gefühl, frische Luft, den Wind und die Sonne im Haar zu spüren.
  • An meinem Geburtstag bekomme ich nicht nur viele Glückwünsche sondern auch „besondere“ Gäste. 
  • Langsam hat mich das Leben wieder!

Juli

  • Juli ist „mein“ Monat. Die Ereignisse überschlugen sich.
  • Wir hatten endlich den Untersuchungstermin im Spital wegen meiner Knie. Das Ergebnis ist eigentlich noch krasser als ich erwartet habe:
    Das linke Knie gibt es eigentlich gar nicht mehr, und das Rechte ist auch nicht viel besser.
    ABER, die OP sollte so schnell wie möglich stattfinden, weil bei jeder noch so kleinen Belastung auch das andere Knie (das eben auch extremst geschädigt ist) ganz durchbrechen kann.
    Da der Arzt hier im Spital es nicht operieren will oder kann, verweist er mich allerdings an eine andere Klinik.
    Die Suche nach einem Arzt geht also los.
  • Ich fange an mit dem Schreiben meines Buches, jeden Tag ein Kapitel.
  • Wir haben das erste Mal „einfach so“ Besuch von sehr lieben Freunden und geniessen es sehr.
  • Und wir machen den ersten „Ausflug“ mit dem Rollstuhl. Mein Mann schiebt bei grösster Hitze mich, mitsamt meinem Rollstuhl in die Stadt.
  • Ich bin so dankbar, glücklich und hoffnungsvoll.

 
August

  •  Wir machen so etwas wie Urlaub zuhause
  • An zwei Wochenenden hintereinander liehen wir uns ein rollstuhlgerechtes Auto und machten Ausflüge.
  • Aber auch ohne Auto rollert mich mein Mann einige Male in die Stadt, was für ihn sehr anstrengend war. Warum das so anstrengend ist, könnt ihr in einem neueren Post nachlesen. 😉
  • Aber auch Frust macht sich breit. Ende August bekam ich  die langersehnte Nachricht des Spitals wegen der dringend benötigten Knie OP.  Anstatt mir einen OP Termin zu geben, habe ich lediglich einen nochmaligen Untersuchungstermin – für den 22.OKTOBER bekommen!
  • Ausserdem bekam ich eine Absage der Krankenkasse, die mir eine OP in Deutschland nicht bezahlen will.

September

  • Ich habe meine ersten eigenen Strickdesigns entworfen
  • Der Entschluss ein eigenes Fashionlabel zu gründen steht fest
  • Strickengel designS wird ins Leben gerufen und arbeite rund um die Uhr.
  • Mein Buch ist mittlerweile auf ca. 120 Seiten angewachsen und ich beschliesse eine kreative Schreibpause zu machen. 
  • Ansonsten bleibt mir nur abzuwarten auf den nächsten Untersuchungstermin

Oktober

  • Der Termin im Spital fand statt, ich wurde wieder „vertröstet“. Angeblich will der Professor selbst entscheiden und mich nochmal untersuchen. Allerdings erst Ende November!!!
    Natürlich bin ich deswegen sehr frustriert, weiss nicht was wir tun sollen.
    Ich fühle mich im Stich gelassen – mir geht es physisch und psychisch so gut wie seit Jahren nicht mehr, wenn man mal davon absieht, dass ich nicht laufen kann.
    Es kann doch nicht sein, dass der Kampf der letzten Monate und Jahre umsonst war!?
  • Wir besuchen ein Wochenendseminar von Neale Donald Walsch – genau zur richtigen Zeit – denn dadurch bekomme ich wieder Mut und die Kraft weiterzumachen.
    Es wird alles seinen Weg gehen, da bin ich jetzt wieder ganz sicher!
    Ich werde operiert werden –  ich weiss das! Es ist nur eine Frage der Zeit! Jetzt habe ich so lange durchgehalten, die restlichen Wochen schaffe ich nun auch noch

November

  • Wir haben Karten für ein Event und gehen das erste Mal seit Jahren „richtig“ aus. Allerdings ist es immer mit sehr viel Aufwand und hohen Kosten verbunden, wenn wir mal in den Ausgang gehen…. dennoch tut es unendlich gut, unter Menschen zu kommen.
  • Ausserdem fahren wir in die Botschaft nach Bern um unsere Pässe verlängern zu lassen. Dabei stellen wir entsetzt fest, dass es dort nicht barrierefrei ist.
  • Ende des Monats ist der langersehnte erneute Termin im Spital. Die OP wird mit einer (in unseren Augen) sehr fadenscheinigen Begründung erneut abgelehnt.
  • Ich bin verzweifelt. Muss ich mein Leben im Rollstuhl verbringen? Ich habe keine unheilbare Krankkeit, nur bisher leider mit Orthopäden zu tun gehabt, die den leichteren Weg gehen. Den Patienten hinter der Akte nicht mehr sehen und zu feig für Herausforderungen sind! Es kann doch nicht sein, dass ich als Patientin erst einen Arzt davon überzeugen muss, mich zu operieren!? Haben Ärzte nicht einen Eid geschworen, Ihren Patienten zu helfen!?
  • Mein Hausarzt Dr.Schnoz, der mittlerweile ein guter Freund geworden ist, schaffte es, mich wieder zu beruhigen. Auch er ist der Ansicht, dass ich so schnell wie möglich operiert werden muss und will sich noch mehr als bisher, dafür einsetzen eine Klinik und einen Arzt zu finden, der den Mumm hat, mich zu operieren.

Dezember

  • Wir beschliessen, uns von meinem momentanen Handicap nicht mehr abhalten zu lassen und unser Leben zu geniessen
  • Da ich mittlerweile (es sind insgesamt mehr als 135 kg) in einen normal breiten Rollstuhl passe, wollen wir einen Elektrorollstuhl und ein behindertengerechtes Auto kaufen.
  • Wider Erwarten haben wir sehr schnell ein geeignetes Fahrzeug gefunden, auf den Rollstuhl müssen wir noch bis Januar warten
  • Ausserdem gründen mein Mann und ich gemeinsam eine GmbH, mit der wir nächstes Jahr voll durchstarten werden.
  • Wir nehmen an einem Musicaldiner teil und lernen dort sehr nette Schwyzer kennen.
  • Ich bekomme ein ganz besonderes Geschenk zu Weihnachten.

 

Fazit und Ausblick

Es gab viele Situationen in diesem Jahr, in denen ich gezweifelt und gehadert habe. Aber im Grossen und Ganzen war es ein gutes Jahr, in dem sehr viel passiert ist.
Für den oberflächlichen Betrachter sieht es vielleicht nach Stillstand aus – denn nach aussen hat sich nichts geändert, ausser dass ich etwas schlanker bin. Ich kann immer noch nicht laufen und bin immobil.
Aber wenn man genauer hinblickt, wird man entdecken, dass sich Schritt für Schritt sehr viel verändert hat – ich nehme wieder am Leben teil.
Uns geht es gut – und ich glaube ganz fest daran, wenn  ich nächstes Jahr Ende Dezember zurückblicke, wird sich wieder sehr viel getan haben. Ich gehe davon aus, dass ich bis dahin sicher, wenn auch keinen Marathon, aber immerhin wieder laufen kann.
Und was unsere Firma betrifft – es gibt viel zu tun – packen wirs an. Ich wünsche mir sehr, dass wir damit Erfolg haben.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich bei einigen besonderen Menschen zu bedanken.
Allen Voran steht hier mein Mann, der nicht nur mein bester Freund, Ehemann und seit Neuestem auch mein Geschäftspartner ist, sondern er ist derjenige der mich pflegt und mich versorgt. Er ist immer für mich da, in guten wie in schlechten Tagen und steht mit bedingungsloser Liebe zu mir. Mir ist sehr bewusst, wie wertvoll das ist und wie gesegnet ich bin, einen solchen Mann an meiner Seite zu haben – Danke!
Auch meinen Eltern möchte ich danken, trotz der räumlichen Entfernung sind sie immer da, glauben an mich und meine Ziele und stehen bedingungslos hinter mir! Danke!
Auch Elke, Michelle und meinem Arzt Dr. Schnoz möchte ich danken für den Einsatz und die Unterstützung.
Euch, die hier lest, möchte ich auch danken für Eure Mails, die mir immer wieder zeigen, wie wichtig und gut es ist, diesen Blog zu schreiben. Danke für Eure mentale Unterstützung! Danke für die vielen interessanten Lebensgeschichten die ich kennenlernen durfte. Danke für Euer Vertrauen und Euern Mut mir Eure Geschichte zu erzählen!

Und ich möchte Euch empfehlen… es gibt oft Augenblicke in einem ganzen Jahr, in denen man meint, es geht nicht mehr, man niedergeschlagen und traurig ist. Aber im Nachhinein merkt man ganz oft, dass es gut war, wie es war. Also lasst Euch nicht unterkriegen – kämpft weiter.
Das Leben ist schön und es liegt an uns, was wir daraus machen. Wir können jammern und hadern – oder wir packen es an, sehen es als grosses Spiel und tun alles um zu gewinnen. 😉

In diesem Sinne wünsche ich Euch Allen ein Gutes, erfolgreiches, glückliches und vor allen Dingen gesundes Neues Jahr.
Kommt gut rüber – feiert das Leben! 🙂
Schön, dass es Euch gibt!
Danke für Alles!

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