OP Bericht und die ersten Tage
28. Februar 2014
Auf geht’s
16. März 2014
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Brücke zum Licht

Nun bin ich endlich wieder in der Lage euch von den letzten Tagen zu erzählen.

Nach meinem letzten OP Bericht ging es mir supergut und ich war überzeugt davon, dass alles gut werden wird – ich schwebte im siebten Himmel, hatte ich doch kaum Schmerzen und auch das Aufstehen klappte schon sehr gut.

Montag (Rosenmontag) 03.03.2014
Vormittags war meine Welt noch in Ordnung – wir redeten mit Thomas Scharregg von der Sozialstation noch über meinen Reha-Aufenthalt, der am Mittwoch erfolgen sollte.

Gegen Mittag bekam ich immer grössere Schmerzen in meinem operierten Knie – es schwoll immer mehr an und schmerzte unglaublich. Die Haut wurde immer praller – nicht nur am Knie, sondern am gesamten Bein.
Ich glaube dass ich eine sehr hohe Schmerzgrenze habe, aber mein Bein schmerzte fürchterlich.
Die Pflegerinnen wussten nicht wirklich weiter und versuchten die Schwellung mit Quarkumschlägen in Griff zu bekommen.
Gegen Abend trat dann Wundflüssigkeit aus – es war wie ein geöffneter Wasserhahn und in dem Moment als das Wundwasser abfloss, wurden die Schmerzen etwas weniger.
Aber das konnte natürlich nicht so bleiben und so wurde ein Verband gemacht.
Die Nacht war grässlich – ich hatte Schmerzen ohne Ende, das Bein wurde immer dicker und die Nachtschwester war heillos überfordert.

 Dienstag 04.03.2014
Am Vormittag kam dann endlich mein Arzt – als er das Malheur sah, beschloss er sofort, das Knie nochmal aufzumachen.
Leider musste ich aber bis abends um 19 Uhr warten – es war der längste Tag meines Lebens.
Als dann die OP näherrückte war ich natürlich ziemlich durch den Wind – nicht wegen der OP, sondern weil ich mir nur noch wünschte, endlich diese fürchterlichen Schmerzen loszuwerden.

Ich bekam wieder eine Spinalnarkose und ich kann es nicht beschreiben wie froh ich war als sie wirkte und ich keine Schmerzen mehr hatte.
Von der eigentlichen OP habe ich dann nicht mehr viel mitbekommen – mein Herz machte wohl ziemlichen Kummer, flatterte wie verrückt und ich hatte einen grossen Blutverlust. Sie mussten mir während der OP  zwei Blutkonserven geben.
Ich hatte immense Blutungen im Bein – die meiner Meinung nach durch den Blutverdünner ausgelöst wurden – sie wurden weiträumig abgesaugt.
Danach wurde ich verkabelt (Überwachung durch die Intensivstation ) auf mein Zimmer gebracht, wo mein Mann schon auf mich wartete.
Anders als bei der ersten OP war ich aber einfach nur durch den Wind und sehr sehr müde und einfach nur froh, diese immensen Schmerzen nicht mehr aushalten zu müssen.

 Mittwoch, 05.03.2014
Auch am nächsten Tag –  ging es mir noch sehr schlecht – ich bekam nochmal zwei Blutkonserven, aber mein HB Wert wollte einfach nicht steigen. Ausserdem kam wieder extremes Vorhofflimmern dazu – bei der kleinsten Anstrengung stieg mein Puls ins Uferlose. Ich war ziemlich schlapp und lustlos- das kam natürlich vom Blutverlust.
Ich schlief fast den ganzen Tag, bemitleidete mich selbst und fühlte mich einsam und verlassen (mein Mann kam erst am Abend, da ja schliesslich auch bei uns Jemand arbeiten muss 😉 )
Die Ärzte beschlossen, mir Beta Blocker zu geben – diese wiederum bewirkten, dass mein Lymphsystem schlapp macht und ich nach jeder Einnahme mit den Ödemen zu kämpfen habe. Aber nach Meinung der Ärzte sei das, das kleinere Übel.

Donnerstag, 06.03.2014
Der HB Wert ist immer noch zu niedrig – ich fühle mich schlapp, stehe irgendwie vollkommen neben mir, so kenne ich mich gar nicht.
Am Nachmittag geben sie mir nochmal eine Blutkonserve und Betablocker wegen des Vorhofflimmerns.
Während die Blutkonserve in mich läuft, merke ich dass mein Bein wieder anschwillt, spannt und schmerzt. Ich bekomme Panik, habe Angst, dass das Gleiche nochmal passiert und weigere mich als sie mir eine weitere Blutkonserve geben wollten – wo soll das viele Blut denn hin?
Gott sei Dank akzeptieren die Ärzte meine Entscheidung, ich habe den Eindruck, dass sie auch mit der Situation überfordert sind.
Interessanterweise geht es mir besser, als ich mich entscheide nicht mehr alles „über mich ergehen“ zu lassen.
Ich habe für mich seither das Gefühl, dass ich die Kontrolle und Verantwortung wieder übernommen habe – die ich teilweise am Dienstag abgab.
Vielleicht waren diese Entscheidungen aus medizinischer Sicht nicht richtig – aber für MICH stimmen sie!
Die Ärzte zeigen viel Einfühlungsvermögen und Verständnis, die Pflegerinnen auf der Station teilweise leider nicht.

Freitag, 07.03.2014
Mir geht es sehr viel besser – ich langweile mich sogar. 😉 Da ich noch verkabelt bin, kann ich weder am iPad schreiben, noch stricken.
Ich lasse mich endgültig dazu überzeugen die Beta Blocker zu nehmen. Allerdings machen sie mir sehr zu schaffen, die Ödeme schmerzen sehr und meine beiden Beine sind dadurch mindestens doppelt so dick.
Ausserdem lasse ich mir von meinem Mann meine Kompressionsstrümpfe bringen – sie waren mir seit mindestens einem Jahr viel zu gross – jetzt passen sie wieder und lindern die Druckschmerzen.
Am Nachmittag wird mir die Drainage gezogen – natürlich habe ich Angst, dass das Theater wieder von vorne losgeht wenn die Wundflüssigkeit nicht mehr ablaufen kann. Aber die Ärzte sagen, sie muss unbedingt raus, da ansonsten die Gefahr von Keimbildung zu gross ist.

Samstag, 08.03.2014
Langsam „kenne“ ich mich wieder – mir gehts gut! 🙂 Am Vormittag werden endlich die Elektroden für die  Intensivstation-Überwachung entfernt. Wieder ein Stück Freiheit mehr.
Aber in der linken Armbeuge habe ich noch den Venenkatheter über den ich Blutverdünner und Antibiotika bekomme – schreiben und stricken ist nach wie nur schwer möglich.
Am Nachmittag stehe ich das erste Mal auf und fahre mit dem Rollstuhl auf die Sonnenterrasse.
Wie gut es tut – Energie zu tanken – alles gut.
Diese Eskapade spielt keine Rolle mehr – bald schon werde ich in die Reha kommen und bis zu meinem Geburtstag im Juni werde ich längst wieder laufen.
Aber ich stelle mir schon die Frage, was das alles sollte – nichts im Leben geschieht zufällig – eines Tages werde ich es verstehen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Dagmar und Deva bedanken, die mich Beide energetisch, bzw. mit Reiki unterstützt haben und natürlich bei Allen Anderen, die an mich dachten und mich begleitet haben!
Das hat mir sehr geholfen, denn ich wusste, ich war zu keinem Zeitpunkt allein.
Danke!

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