Gedanken sind Kräfte – oder eine selbsterfüllende Prophezeiung
15. September 2014
Fortschritt und viele Pläne
10. Oktober 2014
zeige alle

Heute vor einer Woche (Mittwoch) bin ich aus dem Spital entlassen worden.
Normalerweise wäre wieder ein Rehaaufenthalt von 3-4 Wochen angesagt, aber ich wollte nicht und bin daher direkt nach Hause.
Da ich noch nicht laufen soll, war der Transport nach Hause für meinen Mann eine Herausforderung die er sehr gut gemeistert hat. 🙂
Zuhause angekommen, machte ich es mir auf der Couch im Wohnzimmer bequem.
Schnell merkte ich jedoch, dass ich lange nicht so fit war, wie ich mich noch im Spital gefühlt habe.
Den Mittwoch und den Donnerstag verschlief ich also weitestgehend – nur unterbrochen durch Elke, meiner Physio, die zur Lymphdrainage kam.
Am Donnerstag zweifelte ich ernsthaft an meiner Entscheidung auf die Reha zu verzichten. Mein Mann war im Büro, ich lag den ganzen Tag auf der Couch im Wohnzimmer und hatte nichts anderes zu tun als mein bein zu „beobachten“.

Am Freitag ging es mir schon wieder besser – aber ich bin ungeduldig – würde gerne viel mehr aufstehen und laufen. Die Liegerei geht mir auf die Nerven und ich verstehe gar nicht mehr, wie ich es früher ertragen konnte nur im Bett zu liegen. 🙂

Am Samstag mittag fuhren wir an den Lago Maggiore – Sonne tanken.
Das Hotel habe ich schon vor der OP gebucht – die Taufpatin meines Mannes feierte dort ihren 80. Geburtstag und hat uns als wir in Köln waren, eingeladen.
Als wir im Sommer auf dem Weg nach Sardinien waren, haben wir am Lago Maggiore Pause gemacht – und wir waren von dem Ort begeistert, dachten aber im Traum nicht daran, dass es genau der Ort ist, an dem Didi (nach ihr ist mein Mann Dieter benannt) seit Jahren ihren Urlaub verbringt.
Didi`s Freundin besitzt dort ein Haus direkt am See, das leider nur über viele Treppen erreichbar ist.

Daher trafen wir uns mit ihr und ihren anderen Gästen am Samstag Abend zum Essen bei uns im Hotel.

Das Hotel Cannobio ist übrigens „fast“ rollstuhlgängig – die Türen sind zu schmal für meinen Rollstuhl. Wir hatten aber einen Rehastuhl dabei, den das Spital Schwyz mir für einige Wochen zur Verfügung stellt. Dieser Stuhl ist perfekt für Innenräume geeignet und in dem Hotel klappte das wunderbar.
Insgesamt hat es uns in dem Hotel sehr gut gefallen, das Essen war sehr gut (es war gar kein Problem jeweils eine Portion und 2 Teller zu bestellen), unser Zimmer war sehr schön und vor Allem der Service war sehr nett und zuvorkommend.
Wir werden gerne wiederkommen!

Am Sonntag war der berühmte Markt von Cannobio und wir mittendrin.
Am Montag morgen ging es nach einem leckeren Frühstück bei 30 Grad und schönstem Sommerwetter leider schon wieder zurück.

Natürlich war es sehr anstrengend direkt nach dem Spital eine Kurzreise zu machen. Aber es hat unheimlich gut getan Sonne zu tanken, unter andere Menschen (nicht nur Ärzte und Pflergerinnen) zu kommen und in den 2 Tagen habe ich mich sehr gut von den Strapazen der letzten Wochen erholen können.
Ich habe das Gefühl am Samstag als kranke Person weggefahren und Montag gesund wieder zuhause angekommen zu sein.
Auch wenn ich vorher von allen Seiten gehört habe, ich solle nicht fahren, es sei zuviel und ich solle mich besser noch schonen – bin ich sehr froh gefahren zu sein.
Es hat gut getan – an Leib und Seele!

Mittlerweile entfernte mein Hausarzt  auch die Klammern aus der Narbe – seither schmerzt die Narbe nicht mehr ganz so und kann heilen.
Einige Tage noch ausharren und ab dem Wochenende darf ich anfangen das Bein zu belasten.
Das ist auch gut so – denn wir haben in den nächsten Wochen viel vor und dazu muss ich fit sein – also trainieren, trainieren, trainieren und bald schon werde ich auf Hilfsmittel wie Rollstuhl, Rollator etc. verzichten können, denn:

Stärke entspringt nicht physischer Kraft, sondern einem unbeugsamen Willen

Mahatma Gandhi (1869-1948)

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: