Geduld ist nicht einer meiner Tugenden
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Neues Zimmer im Spital Schwyz
2. Dezember 2011
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Tja nun ist es soweit… ich bin im Spital in Schwyz!

Gleich am morgen habe ich meinen Hausarzt wie besprochen angerufen, aber nicht damit gerechnet, dass er sagen würde, dass die Notärzte mich eine halbe Stunde später abholen würden.

Auf meinen Hinweis, dass der Transport von mir bei meinem Gewicht nicht so einfach sei, meinte er die Notärzte seien auf alle Eventualitäten eingestellt.

Und somit begann das Abenteuer!

Die holten mich also ab – transportierten mich nach einigem Hin und Her auf einem Stuhl mit Rollen und brachten mich ins Spital, das Gott sei Dank ja gleich um die Ecke ist.

In der Notaufnahme dann musste ich diverse Untersuchungen über mich ergehen lassen, wobei das Schlimmste war, dass sie echt Mühe hatten mir Blut abzunehmen.

Nach dem 5. oder 6. Versuch gelang es einem Anästhesisten endlich.

Den Ärzten musste ich grundsätzlich allen erst erklären, was Lip-Lymphödeme sind.

Der Krasseste war ein Chirurg, den wir schon vom letzten Jahr als Dieter hier im Spital war, kannten, mich regelrecht „begutachtete“ und meinte: das käme ja wohl alles vom essen, aber wenn ich jetzt wirklich abspecken wolle, dann würden sie mir ein Konzept erstellen und mit vereinten Kräften und wenn auch mein Mann mitspielen würde – denn bei Esstörungen seien immer auch die Familienmitglieder mitbeteiligt – dann würden wir das schon in griff bekommen…

Erst schauten wir ihn wohl beide fassungslos an, dann rastete ich aus… in welchem Jahrhundert er wohl lebe, das sähe ja ein blinder, dass das bei mir Ödeme seien und ich würde mich nicht wieder behandeln wie früher als die Ärzte mir einredeten ich habe Adipositas. Natürlich habe ich Adipositas! Aber das ist eine FOLGEERSCHEINUNG der ödeme und nicht umgekehrt – ist ja logisch, dass man auch fett ansetzt wenn man sich nicht richtig bewegen kann. Sicher wäre ich auch ohne die Ödeme nicht wirklich schlank, aber ich würde sicher nicht über 200 kg wiegen!

Naja, lange rede kurzer Sinn – dieser Arzt ging dann aus dem Raum, ca. eine stunde später kam er wieder, schaute nochmals meinen ganzen Körper an und stelte fest, dass ich ja wohl Ödeme hätte und „nur“ der Bauch „angefressen“ sei.. 🙂

… ich vermute, dass er sich in der Zwischenzeit im Internet schlau gemacht hatte…

Dann wurde ich irgendwann in mein Zimmer transportiert – ich teilte das Zimmer mit einer älteren Dame.
Als ich ankam sass sie auf ihrem Bett und schaute aus dem Fenster. Auf meine Gruss reagierte sie über haupt nicht, woraus ich folgerte dass sie schwerhörig ist.
Dann bekam sie Besuch und siehe da, die Frau verstand alles und unterhielt sich ganz normal.
Auch mit dem Pflegepersonal sprach sie ganz normal… nur mich ignorierte sie. Sie lief zwar dauernd mit ihrem Rollator an mir vorbei aber vermied konsequent meinen Blick und gab keine Antwort.
Auch eben als ich ihr eine gute Nacht wünschte kam keine Antwort – auf der anderen Seite sitzt sie dauernd auf ihrem Bett und betet…. ich sag nix mehr dazu!

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