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Himmel ueber Schwyz

Nun habe ich endlich Zeit und Muse Euch von den letzten Tagen zu berichten – vorweg sei gesagt… Mir geht es prima!! 😉

Tag 1 Dienstag, 02.09.2014

Am Morgen haben mein Mann und ich es ruhig angehen lassen, ich habe geduscht und dann meine Sachen fĂŒr das Spital gepackt.
Aber ich war die ganze Zeit sehr angespannt – und ja, es kamen auch Zweifel!
Sollte ich mich wirklich operieren lassen? Das Risiko von Komplikationen in Kauf nehmen? – Schmerzen aushalten? Den „RĂŒckschritt“ wieder – wenn auch nur fĂŒr begrenzte Zeit  – im Rollstuhl sitzen zu mĂŒssen? Meine „SelbststĂ€ndigkeit“ wieder verlieren?
Ich wollte nicht! Aber was wÀre die Alternative?? Weiterhin Tag und Nacht Schmerzen? Nie ohne Gehhilfe laufen?
NEIN! Dann lieber Augen zu und durch!!
Um 15 Uhr sind wir also pĂŒnktlich im Spital angekommen und wurden auf der Station sehr nett empfangen – fehlte im Grunde nur der rote Teppich.
Die zustĂ€ndige Pflegerin meinte allerdings, den könne sie mir aus HygienegrĂŒnden nicht ausrollen.
Sowie ich im Spital war, ließ meine Anspannung auch nach – jetzt gab es kein ZurĂŒck mehr.
Am Dienstag wurde dann auch nur noch ein EKG gemacht und Blut abgenommen – ansonsten passierte nichts mehr.

Tag 2 Mittwoch, 03.09.2014 – OP Tag

Erstaunlicherweise hatte ich sehr gut geschlafen und wurde gegen 6 Uhr morgens geweckt.
Mein  Mann kam um mich mental zu unterstĂŒtzen und um 7 Uhr wurde ich in Richtung OP gefahren.

Ich durfte mein iPhone und Kopfhörer mitnehmen, damit ich wÀhrend der OP Musik hören konnte.

Mir ging es mental sehr gut und die OP-Vorbereitungen verliefen problemlos. Interessanterweise waren diesmal an den Vorbereitungen nur Frauen beteiligt und die AtmosphĂ€re war sehr schön, sehr fĂŒrsorglich. Es wurde darauf geachtet. dass ich auch gut liege – nicht friere usw.
Als die Spinalnarkose langsam wirkte, wurde ich in den OP gefahren und durfte beobachten wie mein Bein vorbereitet und mit Desinfektionsmittel eingestrichen wurde. Das war ein sehr seltsames GefĂŒhl. Ich war zu dem Zeitpunkt hĂŒftabwĂ€rts schon betĂ€ubt und hatte das GefĂŒhl, mein Bein wĂŒrde ganz normal auf dem OP-Tisch liegen – dabei haben die Pfleger es hochgehoben und Dr. Orler hat es „eingestrichen“ – ich fand den Anblick so witzig und besonders, dass ich ein Foto davon gemacht habe – und da ich schon am fotografieren war, hab ich auch gleich noch ein Selfie von mir gemacht. 🙂
Anschließend wurde leider der Sichtschutz angebracht und ich konnte nicht mehr sehen, was gemacht wurde. Nun machte ich das iPhone an und hörte meine „Heilmeditation mit den Engeln“.
Trotzdem habe ich sehr genau mitbekommen wie gesĂ€gt, gebohrt und geklopft wurde – aber mir ging es die ganze Zeit sehr gut.

Nach 4 Stunden – ziemlich genau um 12 Uhr mittags war der Spuk vorbei – Dr. Orler bestĂ€tigte mir noch kurz, dass er sehr zufrieden sei – und ich wurde wieder aus dem OP geschoben.

Dann wurde mir  mitgeteilt, dass sie mich (wegen der Komplikationen bei der letzten OP) fĂŒr eine Nacht in die Intensivstation bringen wĂŒrden.
Da ich wusste, dass mein Mann zuhause auf Nachricht wartete, bat ich darum ihn vorher noch anrufen zu dĂŒrfen. Binnen weniger Minuten war er dann auch schon bei mir – und das war gut so! Ich brauchte dringend seine UnterstĂŒtzung.
Ich verstand so gar nicht, warum ich auf die Intensivstation sollte – denn es ging mir bis zu dem Zeitpunkt bestens.

OK, ich fror erbÀrmlich, aber ich wusste, dass das hauptsÀchlich ein Kreislaufproblem war. Das hatte ich das letzte Mal auch und als ich damals eine Tasse Kaffee und einen Keks bekam, war wieder alles gut.
Auf der Intensivstation bekam ich anstatt des Kaffees ein Mundspray und anstatt eines Kekses eine Infusion.
Das Ergebnis war, dass durch die KĂ€lte meine Venen zumachten – es musste ein neuer Port gelegt werden – was aber auch fast nicht möglich war. Mit Hilfe des Ultraschalls wurde der Port in den rechten Ellbogen gelegt, was sehr schmerzhaft war.
Ich fĂŒhlte mich seit ich auf der Intensivstation war gar nicht mehr wohl – mir wurde nicht warm, ich zitterte am ganzen Körper, klapperte sogar mit den ZĂ€hnen und war mental auch alles andere als stabil. Sehr seltsam – vorher ging es mir doch gerade noch so gut!?
Gott sei Dank kam die NarkoseĂ€rztin, welche bei der OP dabei war, um nach mir zu sehen. Sie merkte sofort, das was nicht stimmte und sagte mir dass ich gerne auch auf die Station könne- ich sei stabil und es sei wichtig dass ich mich wohlfĂŒhlte….
Gesagt, getan – ich wurde in mein „richtiges“ Zimmer geschoben – durfte dort den OP-Kittel ausziehen, bekam einen feinen Kaffee und ein StĂŒck Brot und binnen Minuten ging es mir wieder bestens. 🙂
NachtrĂ€glich machte ich mir natĂŒrlich Gedanken, warum ich mich auf der Intensivstation so unwohl gefĂŒhlt habe und ich glaube, es erklĂ€ren zu können.
Ich hatte im Vorfeld mein Zimmer, den Operationssaal und den Aufwachraum energetisch gereinigt – aber da ich ĂŒberhaupt nicht damit gerechnet hatte auf die Intensivstation zu kommen, hatte ich diesen Raum nicht gereinigt. Aber es ist ja logisch, dass in einem solchen Raum sehr niedrige, negative Schwingungen sind – und diese haben ich massiv gespĂŒrt.

Tag 03 und 04 – Donnerstag und Freitag

Körperlich geht es mir sehr gut! Da ich diesmal weder Beta Blocker noch BlutverdĂŒnner bekomme, schwellen meine Beine kaum an.
Im Liegen habe ich kaum Schmerzen – die Ärzte und Pfleger sind ganz begeistert von meinen Fortschritten.
Ich habe einen Leistenkatheter mit einer Schmerzinfusion, aus dem Knie eine Drainage fĂŒr die WundflĂŒssigkeit und Blut und bekomme zusĂ€tzlich 3 mal tgl. Schmerztabletten.
Die Drainage kann schon am Freitag entfernt werden und die Medikamente ĂŒber den Schmerzkatheter werden bald schon auf ein Minimum heruntergefahren werden.
Dennoch bin ich unzufrieden – irgendwie hatte ich gedacht, dass ich weniger Schmerzen beim Aufstehen hatte und zumindest einige Schritte laufen kann.
Aber von Laufen kann noch keine Rede sein.
Das Aufstehen aus erhöhter Position vom Bett klappt sehr gut – aber sobald ich aus „normaler“ Sitzhöhe aufstehen muss, habe ich wahnsinnige Schmerzen. Das ist durchaus nachvollziehbar, da ich das andere Bein auch noch nicht voll belasten kann, muss ich das operierte Bein beim Aufstehen belasten (dĂŒrfte ich aber normalerweise gar nicht!) und das schmerzt natĂŒrlich.
Ich hatte mir das alles anders vorgestellt!!

Tag 05 und 07 – Samstag und Sonntag

Mir wird bewusst, wie undankbar ich bin und wie gut es mir doch geht! Es geht mir bestens und ich kann nach dieser grossen OP (Immerhin ist das Knie, das grösste Gelenk im menschlichen Körper!) nicht  erwarten, zwei Tage spÀter laufen zu können!!
Man soll sich sowieso nicht vergleichen – aber auch wenn ich mich vergleiche ist es ( aus medizinischer Sicht ) sehr erstaunlich, wie fit ich bin.

Und ich sitze hier auf meinem Bett und beklage mich… Nur weil ich (noch) nicht laufen kann!
Hallo! Gehts noch?
Alles ist bestens! Ich habe mich wieder „gefangen“.
Am Samstag wurde der Schmerzkatheter entfernt, ich bin nicht mehr verkabelt und kann zumindest wieder stricken und schreiben.

Die Schmerzen beim Aufstehen sind auch nicht mehr ganz so schlimm und vielleicht schaffe ich es morgen oder ĂŒbermorgen mal einige Schritte zu gehen….

Übrigens habe ich einen wunderschönen Blumenstrauss vom Chef meines Mannes bekommen. Vielen Dank dafĂŒr!!!

… Wenn man das so liest und dann einige Monate zurĂŒckschaut, merkt man erst welch große Fortschritte ich die letzten Monate gemacht habe!

Fazit:

Leider neigen wir Menschen dazu sehr schnell zu vergessen und man gewöhnt sich an die schönen Sachen des Lebens, nimmt vieles selbstverstĂ€ndlich….und so ging es mir die letzten Tage…

Ich habe nur gesehen wie es mir noch letztes Wochenende ging…. Anstatt mich mal wieder einzufĂŒhlen, wie es noch vor einem halben Jahr war und wie viel sich seit dem verĂ€ndert hat….
alles ist gut! In wenigen Tagen werde ich wieder laufen und meine SelbststĂ€ndigkeit zurĂŒck bekommen!

 

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