Absage und Hilferuf!! Wer kann mir weiterhelfen??
30. November 2013
Das Leben hat mich wieder….
22. Dezember 2013
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Als Erstes möchte ich mich für die vielen lieben Mails nach meinem letzten Post bedanken.
Es gibt in der Tat einige Betroffene, die in weit schwierigeren Ausgangslagen als meiner operiert wurden – leider hat sich aus der Schweiz allerdings keiner gemeldet.

Dementsprechend gibt es noch nicht Neues. Die Klinik Balgrist hatte versprochen, den Arztbericht unmittelbar nach unserem Termin an meinen Hausarzt zu senden – am Donnerstag (als 14 Tage später!) hatte er ihn noch nicht – wieder 14 Tage in denen wir in gewisser Weise blockiert waren.
Wir brauchen den Bericht dringend für andere Kliniken und vor Allem für die Krankenkasse.
Die Idee ist, dass die Kasse einer OP in Deutschland vielleicht zustimmt, wenn wir beweisen können, dass hier in der Schweiz keine Klinik zu finden ist.
Na, warten wir ab, jetzt vor Weihnachten wird sowieso nichts mehr passieren.

Gestern waren wir im Paraplegiker Zentrum in Nottwil.
Wir wollten uns bezüglich Autoumbau und Rollstühlen beraten lassen.
Das Paraplegiker Zentrum arbeitet mit der Firma Orthotec zusammen. Diese Firma baut nicht nur Autos behindertengerecht um, sondern ist auch auf Rollstuhlumbau spezialisiert.

Eigentlich sind wir im Bestreben hingefahren, unser Auto so umbauen zu lassen, dass man den Beifahrerstuhl zum Rollstuhl umfunktionieren kann.

Wir haben den beiden netten Herren  unsere Situation geschildert.
Ein Fahrzeugumbau ist sehr teuer! Zusätzlich benötige ich trotzdem für den Alltag einen Rollstuhl.Der Autorollstuhl ist nur für kurze Strecken geeignet.
Wir müssten insgesamt mit mindestens 30.000,00 CHF rechnen.

Was also tun?
Nach langem Hin und Her machten uns die beiden Experten klar, dass es klüger ist einen gebrauchten Rollstuhl zu kaufen, mit dem man mich in einem gebrauchten, behindertengerechten Auto transportieren kann.
Solche Autos sind sehr gesucht und man kann sie, wenn sie nicht mehr benötigt werden recht gut wieder verkaufen.
Ein solches Auto gibt es schon ab 10.000,00 CHF und ein gebrauchter Elektrorollstuhl kostet ungefähr 5000,00 CHF – also würden wir die Hälfte bezahlen und können beide Fahrzeuge, wenn sie nicht mehr benötigten werden, wieder verkaufen.
Wir  haben den Berater für Fahrzeugumbau damit beauftragt uns ein geeignetes Auto zu besorgen und sind mit dem anderen Herrn in die Rollstuhlabteilung, um uns dort einige geeignete Fortbewegungsmittel anzusehen.

mein Rollstuhl – ein PASSIVrollstuhl – mit den Rädern hinten

Ich habe mir bisher nie Gedanken über Rollstühle gemacht, aber mich gewundert, dass ich sehr grosse Probleme habe, mich in meinem Rollstuhl selbst „zu rollern“.
Allerdings dachte ich, dass das schlicht und einfach an meinem Gewicht liegt.

ein Aktivrollstohl – mit den Rädern weiter vorne

Nun hat sich der Rollstuhlexperte meinen Rollstuhl mal näher angesehen und fiel aus allen Wolken. Mein Passiv-Rollstuhl ist nicht dafür gedacht, dass sich der darin Sitzende selbstständig fortbewegt –
O-Ton des Beraters.: „Das ist ein Rollstuhl für 90 jährige, die nichtmal mehr den Finger heben können!“
Nun haben wir uns aufklären lassen – mein Rollstuhl hat die Vollgummiräder, welche von Haus aus schwer zu bewegen sind, hinten gelagert. Das heisst das Gewicht ist weitestegehend vorne auf den den kleinen Rädern –  und das macht den Stuhl schwer beweglich.
Ein sogenannter Aktivrollstuhl hingegen hat die Räder weiter vorne -man sitzt praktisch auf der Radachse und dadurch ist das Gewicht ganz anders verteilt und man kann sich besser fortbewegen.
Muss man ja wissen! 😉

ein gebrauchter Elektrorollstuhl


Nagut, wir haben uns also die möglichen Stühle angesehen und haben uns letztendlich für einen gebrauchten Elektrorollstuhl entschieden. Er muss noch an mich und meine Bedürfnisse angepasst werden und – so Gott will – bekomme ich ihn Anfang Januar. Ich kann ihn testen und muss erst dann entscheiden ob wir ihn kaufen oder nicht.
Ich freue mich sehr über mein Weihnachtsgeschenk – der Rollstuhl ist schmäler und passt durch alle Türen, bedeutend wendiger und man kann elektrisch die Beine „hochlagern“.
Das bedeutet für mich, dass ich mich – auch wenn mein Mann nicht da ist – frei in der Wohnung bewegen – oder sogar mal in das Städtchen rollern kann.
Mein Radius vergrössert sich also ab Januar enorm! Juchhuu 🙂

ein Hightec – Rollstuhl aufrüstbar mit allen Schikanen

Wir haben uns dann auch noch einen Hightec-Rollstuhl angesehen – Samuel Koch hat so einen und ich hatte den neulich im TV gesehen  – dieser Stuhl ist der Wahnsinn!
Aber nur wenn man das nötige Kleingeld hat – er beginnt bei 40.000,00 CHF nach oben keine Grenzen. Der Berater erzählte von einem Gerät für 90.000,00 CHF.
Sehr beeindruckend! Er erzählte von einem Webdesigner, der mit dem Joystick des Rollstuhls den PC bedient.

Auf jeden Fall war es sehr interessant mal zu sehen, welche Möglichkeiten es eigentlich gibt.  
Sehr beeindruckt waren wir Beide von der kompententen, einfühlsamen  Beratung.
Wir fühlten uns von beiden Beratern sehr gut beraten und vor Allem bei dem Rollstuhlexperten spürte man förmlich, wieviel Herzblut er in seine Arbeit steckt. Vorbildlich würde ich sagen!

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