Auf geht’s
16. März 2014
die ersten Schritte – der erste Schritt ist der Schwerste
22. März 2014
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Meine Zeit im Spital ist nun beendet und ich befinde mich seit Montag in der Reha Bad Zurzach.

Tag 1:

meine Suite

Um 9 Uhr werde ich in Spital vom Sanitätsdienst Schwyz abgeholt.
Bereits die Anreise hierher verlief prima – ich hatte einen sehr netten Chauffeur – an dieser Stelle liebe Grüsse (ich weiss ja jetzt, dass Sie mitlesen)!
Ursprünglich wurde mir angeboten hier eine Suite beziehen zu können, aber weil sich durch die OP-Komplikationen die Reha verzögert hat, wurde mir noch im Spital mitgeteilt, dass die Suite nicht mehr frei sei und ich dafür ein „normales“ Einzelzimmer bekommen würde.
Im Grunde ist mir das egal, aber durch Lifter und Rollstuhl bedingt brauche ich viel Platz. Wenn das Einzelzimmer also gross genug ist – kein Problem.
Nagut, wir meldeten uns also am Empfang an, wurden sehr herzlich begrüsst und mir wurde direkt die Zimmernummer des Einzelzimmers mitgeteilt.
Kaum hatte ich sie, ging die Tür auf, eine Dame fragte ob ich Frau Ruf sei – worauf sie uns mitteilte, dass soeben eine Suite frei geworden sei und ich diese beziehen könne, sobald der Reinigungsdienst sauber gemacht hat.
So kam ich also zu dieser dekadenten Suite – ich finde, genau richtig für mich – das hab ich mir verdient. 😉

Aussicht

Ich habe hier eine eigene Kaffeemaschine und eine Minibar, die tgl. bestückt wird, ausserdem einen Balkon und eine wunderschöne Aussicht auf Bad Zurzach.
Kaum im Zimmer kam auch schon der zuständige Stationsarzt zum Aufnahmegespräch. Er hatte meine Akte in der Hand, nahm Platz, blätterte in der Akte und schüttelte den Kopf.
Dann kamen erstmal Sätze wie: „Also, Ihr Arzt hat ja Mut, ich bin selbst Chirurg, aber dass er es gewagt hat eine solche Operation zu machen….“  und „…. Sie zu mobilisieren wird nicht einfach!“ usw.
Ich habe daraufhin erwidert, dass es vielleicht nicht einfach sei, aber machbar! Mein Arzt sei mutig, aber in erster Linie hat er mich als Mensch und nicht als Krankenakte gesehen, meine Not erkannt und mir genauso vertraut, wie ich ihm vertraut hätte!
Dann habe ich noch hinzugefügt, dass ich hier nach 2,5 Wochen am Rollator laufend herausgehen werde  und ich wäre mir sehr sicher, dass ich das mit der richtigen Unterstützung schaffen würde…
und was soll ich sagen, der Arzt war plötzlich wie umgewandelt, plötzlich lachte er mit mir, sagte dass sie sich bemühen werden mich zu unterstützen. Er meinte, er käme aus dem Elsass und wenn ich es schaffen würde bis in 2,5 Wochen vom Rollstuhl aufzustehen und mit dem Rollator zu laufen, würde er seine beste Flasche Rotwein köpfen und wir feiern gemeinsam.
Sehr gut finde ich, dass hier auch auf meine Lip-Lymphroblematik eingegangen wird und ich tgl. Lymphdrainage bekomme.

Tag 2:
Allzu viel ist noch nichts los, sie lassen es langsam angehen – mir eigentlich ZU langsam.
Es werden noch einige Untersuchungen gemacht, ich bekomme einen Solewickel auf mein operiertes Knie. Dieser tut mir gar nicht gut und ich bitte darum stattdessen Eispacks aufs Knie zu bekommen.
Meine Tischnachbarin im Speisesaal ist Lehrerin für textiles Gestalten, also Handarbeitslehrerin und somit haben wir natürlich gleich ein Thema.
Die meisten Patienten hier machen einen sehr deprimierten Eindruck – selten sieht man jemanden lächeln und ich beschließe das zu ändern. Bei Einigen gelingt es mir sogar Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Aber generell empfinde ich es als mühsam in Kontakt mit anderen Patienten zu kommen. Woran das liegt weiß ich „noch“ nicht.
Außerdem habe ich die zuständige Physiotherapeutin kennengelernt. Wir haben sofort einen guten Draht zu einander und als ich ihr von meinem Minimalziel erzähle, ist sie recht begeistert und verspricht mir, mich dabei zu unterstützen. Auch sie ist der Meinung dass wir das schaffen werden. Generell war sie sehr erstaunt, wie fit und „beweglich“ ich bin, trotz der langen Immobilität. 🙂

Tag 3:
Heute habe ich die ersten Therapien.
Gleich morgens um 7:45 habe ich 1 Stunde Lymphdrainage, die mir sehr gut tut.
Im Anschluss daran das erste Training – ich ziehe mich mit dem Lifter in den Stand hoch und laufe auf der Stelle – die Physio ist begeistert, ich hätte gerne mehr gemacht, aber nach 3mal meinte die Trainerin es sei genug für das erste Mal.
Anschliessend ist Visite, auch der Arzt ist sehr zufrieden.
Am Nachmittag sollte dann mein neuer Rollstuhl geliefert werden. Leider hat das nicht geklappt – irgendwas ist wohl bei der Bestellung schief gelaufen. Der Rollstuhl ist für mich absolut nicht geeignet, denn er hat eine durchgehende Fußleiste, die man nicht hochklappen kann. Ich müsste also mit angewinkelten Knien sitzen und das geht gar nicht.
Herr Bienz von der Orthotec hat den Aktivrollstuhl also wieder mitgenommen.
Das ist also der Wermutstropfen – mal sehen wozu das nun wieder gut ist.
Im Moment frustriert mich das ein bisschen, denn mit dem E-Rolli bin ich hier schon sehr „behindert“. Vor Allem wenns um das Laufen geht, wäre es viel besser mit einem Aktivrollstuhl den man hinter mir herschieben kann, wenn ich die ersten Schritte gehe. Einen E-Rolli hinterher zufahren ist fast unmöglich.
Na, wir werden sehen. Hier im Haus gibt es auch Rollstühle zu kaufen und zu mieten – ich werde morgen mal sehen, ob sie mir einen ausleihen können.
Außerdem war vorher der Küchenchef hier um sich zu erkundigen wie ich mit dem Essen zufrieden bin und ob ich Verbesserungsvorschläge hätte. Das finde ich genial!
Aber, das was es bisher gab war sehr lecker. Man kann sowohl mittags wie auch abends unter 4 Menüs auswählen und da sollte sogar ich immer was finden, was mir schmeckt. 😉

Natürlich sind die Portionen zu gross für mich. Ich habe bereits gesagt, dass ich nur jeweils halbe Portionen mag, aber von diesen halben Portionen, habe ich auch nur die Hälfte geschafft.
Vor Allem Abends ist das ein Problem, denn das Essen gibt es bereits um 17:30 – 18:30, ich kann nur wenig essen und habe dementsprechend spätestens um 20 Uhr wieder Hunger.
Er hat mir angeboten, dass ich einen kleinen Abendimbiss aufs Zimmer bekomme, und auch am nachmittag zum Zviere würde er mir etwas Kleines aufs Zimmer bringen lassen. Das würden sie bei anderen Magenpatienten auch machen, es sei durchaus üblich.
Das finde ich echt genial. Und hier seht ihr mein Abendessen von heute….
Fenchelsuppe – davon werde ich 3-4 Löffel essen

Dann Crevetten – lecker und sehr viel Eiweiss und als Abendsnack ein kleines belegtes Brötchen.
Toller Service, das sagte ich auch dem Küchenchef.
Und dann habe ich heute noch einen Blumenstrauss und eine Genesungskarte bekommen – von Vidis Kochtüte – Wahnsinn!! Vielen Dank dafür!! DAS nenne ich Kundenservice!

Übrigens gab es in dem gesamten Gebäude den gesamten Tag kein Internet – da merkt man erst wie „abhängig“ man ist.

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