die ersten Tage
20. März 2014
Bad Zurzach
31. März 2014
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die ersten Schritte – der erste Schritt ist der Schwerste

Tag 4:
Heute ist Freitag, die erste Woche in der Reha fast geschafft und ich bin heute die ersten Schritte gegangen.
Gleich morgens um 8 Uhr hatte ich Physio.
Das Ziel hatten wir gestern schon vereinbart: Aus dem Rollstuhl aufstehen, auf den Rollator stützen und im Stehen einige Schritte laufen.

Nun kamen also die Therapeuten –  da sie anscheinend große Angst davor haben, dass ich fallen könnte oder meine Beine wegknicken, kommen sie immer zu zweit. Einer links, einer rechts von mir um mich im Notfall zu stützen.
Ehe die Therapeuten sich versahen, stand ich bereits. Total einfach und easy!! NICHTS im Vergleich zu den Anstrengungen die mich das Aufstehen früher gekostet hat.
Wenn ich nur daran denke, wie schwer und schmerzhaft es war, mit meinen kaputten Knien die vielen Kilos in die Höhe zu wuchten….

Auf jeden Fall war ich mehr als erstaunt, wie einfach das Aufstehen jetzt war.

der erste SchrittDa ich nun schon mal stand, schlug ich vor doch einige Schritte zu gehen – ich wollte es einfach ausprobieren. Erst haben die Therapeuten abgelehnt – aber ich konnte sie überzeugen.
Tja, und dann ging ich die ersten Schritte seit mehr als 2 Jahren – und es war soooo einfach.
Ich bin direkt 5-6 m geradeaus gelaufen, der Therapeut schob den Rollstuhl hinter mir her – weiter ging es nicht, weil mein Zimmer nicht grösser ist.
Ich durfte auch nicht einfach drehen und zurücklaufen, nein – nur geradeaus – dann absitzen, zurück rollern und das Spielchen noch einige Male.
Später sind wir dann raus auf den Flur und dort bin ich dann nochmal ca. 10 m gelaufen.

Ich musste dabei nicht mal schwer atmen – mein Gott, wenn ich daran denke, wie ich früher bei der kleinsten Anstrengung aus dem „letzten Loch pfiff“ – nichts dergleichen.

Leider durfte ich nicht länger „trainieren“ um nicht gleich zu übertreiben.
Aber ich bin überglücklich – mein persönliches Ziel für die Reha ist also hiermit erreicht, denn ich kann vom Rolli aufstehen und einige Schritte gehen.
Die Therapeuten sind sehr erstaunt, welch ein Tempo ich vorlege und können es gar nicht fassen, wie „fit“ ich trotz der langen Immobilität bin.
Ich selbst kann wiederum immer noch nicht fassen, wie einfach plötzlich alles ist – seit ich wieder wenigstens ein Bein habe, auf dem ich stehen kann.

Mir wird erst jetzt so richtig bewusst, wie viel ich früher jahrelang (um nicht zu sagen Jahrzehnte!) ausgehalten habe

– und, auch wenn es vielleicht eingebildet klingt… ich bin richtig stolz auf mich und darauf, wie ich früher trotz der Handicaps Übergewicht UND kaputte Knie mein Leben gemeistert habe. Wenn man in der Situation drinsteckt ist es irgendwie alles so selbstverständlich – aber im Nachhinein staune ich über mich selbst.  🙂

Blumenstrauss der MobiltätAls mein Mann nachmittag kam, hat er es sich nicht nehmen lassen ein Foto der „stehenden“ Ursula zu machen – 🙂

Nun erobere ich mir doch tatsächlich mein Leben zurück… und ich bin wieder ein Stückchen weiter auf meinem Weg über die Brücke…

So schön! Danke ans Universum für die Chance die mir geboten wird!

Vielen Dank an meine Eltern für die wunderschönen Blumen, die sie mir zur Feier des Tages geschickt haben. 🙂

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