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Auf und ab der Gefühle – oder das pure Leben

Mit diesem Artikel habe ich die letzten Tage gerungen, denn heute möchte ich mal wieder etwas sehr Persönliches mit Dir, der Du das liest, teilen.

In der letzten Woche haben mein Mann und ich eine Reise in unsere alte Heimat Köln unternommen.

Hintergrund ist, dass mein Mann als Geburtstagsgeschenk Karten für Phil Collins bekam. Er ist seit seiner Jugend absoluter Fan dieses Ausnahmekünstlers und es war gar keine Frage, dass wir dafür über 600 km Fahrt in Kauf nehmen.

Gleichzeitig haben wir das mit einigen Tagen Aufenthalt verbunden um Familie und Freunde zu treffen und um am Samstag mein Seminar „Sei einfach DU…“ zu geben.

Nach einer 8 stündigen Anreise kamen wir bereits am Dienstagabend in unserem Hotel Brenner`scher Hof an.

Dieses Hotel hatte ich im Internet entdeckt und da ich kleinen, besondere Häuser liebe, habe ich es gebucht.
Es liegt in einer Wohngegend und ist für mich wie so eine kleine Oase in der großen Stadt. Man kann auftanken und kommt sich vor wie in einem toskanischen Landhotel.
Der Service ist herausragend, das Zimmer sehr schön, es stimmte einfach Alles.

Am Mittwoch war also nun dieses Konzert.
Gott sei Dank hatte ich mich entschlossen, seit langer Zeit das erste Mal den Rollator mitzunehmen. Und das war gut so.

Wir parkten auf einem der Behindertenparkplätze, was an sich ideal war, da man direkt ebenerdig nahe am Westeingang der Lanccess Arena herauskommt.
Leider waren unsere Sitzplätze aber am Osteingang, was bedeutete, dass wir einmal um die Arena laufen mussten. Gut dass ich den Rollator dabei hatte, denn ich konnte mich zwischendurch hinsetzen.

Wir hatten Plätze in der 6. Reihe, bei der Buchung dachten wir, dass das gut sei, weil man nur 6 Stufen hochgehen muss.
Leider hatten wir nicht bedacht, dass man von oben (Reihe 22) kommt und nach unten gehen muss. Die Stufen sind relativ hoch und ohne Geländer zum Festhalten – für mich so gut wie unmöglich dort hinunter zu kommen.
Dank einer netten Security Mitarbeiterin konnten wir die Plätze jedoch mit einem anderen Paar tauschen und hatten Plätze ganz oben, so dass ich nur eine Stufe heruntergehen musst.

Klasse! Das war zu schaffen. Das Konzert konnte beginnen.

Als die Musik begann sah ich als erstes einen älteren sichtlich vom Leben gezeichneten Mann mit einem Stock auf die Bühne humpeln. Nun muss ich dazu sagen, dass ich die Musik ganz gerne mag, mich aber sicher nicht als Collins Fan bezeichnen würde.
Als ich das Vorgehen auf der Bühne so beobachtete, dachte ich bei mir: „Ob es so geschickt ist nochmal eine Tournee zu machen?! Demontiert sich Phil nicht selbst dadurch?“

Das Konzert begann – und was soll ich sagen? Von Titel zu Titel kam Phil mehr in seine Kraft, als ob er sich durch das Publikum Energie holen würde, steigerte sich seine Präsenz.
Spätestens nach der Pause war von dem alten gebrechlichen Mann nichts mehr zu spüren und Phil Collins was in seiner ganzen Präsenz auf der Bühne – man vergaß alles andere – er war wieder da.

Für mich absolut faszinierend und bewegend zu beobachten was mit einem Menschen wird, der genau das tut, was ich in meiner Arbeit vermittle – seine Berufung leben, das tun was er liebt

.

Allein für diese Erfahrung hat sich die körperliche Anstrengung schon gelohnt.

Es war WUNDERvoll.

Den Donnerstag durften wir mit Freunden und Familie genießen.
Wir haben einen wunderschönen Grillabend erleben dürfen.


Am nächsten Tag, dem Freitag war geplant meine Freundin Birgitta zu besuchen. Ich habe schon öfter über Birgitta berichtet und sie hat hier im Blog auch sehr oft kommentiert.

Birgitta ist eine Freundin die ich vor einigen Jahren per Internet kennenlernen durfte. Sie hat diesen Blog entdeckt und sich daraufhin bei mir gemeldet.
Aus dem anfänglichen Coaching wurde im Laufe der Jahre eine enge persönliche Freundschaft und wenn wir in den letzten Jahren in Köln waren, haben wir sie und ihren Mann immer getroffen.

Lange Rede kurzer Sinn. Wir hatten uns mit Klaus, ihrem Mann für 11 Uhr verabredet um sie im Spital zu besuchen.
Um 7 Uhr morgens kam die Nachricht von Klaus, dass das nicht mehr möglich sei, da Birgitta in der Nacht verstorben ist.

Ein Schock! Auch wenn Birgitta Krebs hatte und damit irgendwann zu rechnen war. Birgitta war für mich nicht nur irgendeine Freundin.

Sie hat so viel gegeben, sie ist für viele Menschen ein Vorbild. Ihre Lebensfreude, ihr Lachen hat alles überstrahlt. ...Birgitta war trotz ihrer Krankheit die strahlendste Frau die ich je kennengelernt habe. Ich habe sehr viel von ihr gelernt!

Sie hat sich bereits im letzten Jahr zum Ziel gesetzt schöne Erinnerungen zu schaffen.

Hier ein Auszug aus einem Artikel in ihrem Blog:
Niemand kann mir sagen, wann es soweit ist. Kein Arzt hat eine Prognose.

Für mich ganz verständlich, denn es hängt von mehreren Faktoren ab. Nicht zuletzt kann ich einen großen Teil daran mitarbeiten, dass es noch ein paar Jährchen dauert. ABER bis dahin ist es ja nicht so, dass man nicht daran denkt, darüber nachdenkt, was und wie man Menschen hinterlässt.   Ich für meinen Teil möchte nicht, dass die mir nahestehenden Persönlichkeiten in abgrundtiefe Trauer fallen. Klar, mir ist bewusst, dass man keine Freudentänze machen wird (naja, bis vielleicht auf den ein oder anderen meinenHumormussmannichtverstehen *) Aber ich bemühe mich bereits jetzt, alles so zu richten und zu delegieren, dass hoffentlich vieles geregelt ist.

Dazu zählt für mich, dass es mir ganz ganz wichtig ist, „Gute Erinnerungen“ zu sammeln.

Sei es das Strickevent, der Abend mit Freunden, das tolle Essen, die Geburtstagsfete für das gesamte Wochenende oder, oder, oder. Alles soll dazu beitragen, mir und Dir, die Gelegenheit zu geben, uns voneinander zu verabschieden.

Es werden die vielen kleinen Erinnerungen sein, die Dir später mal sagen können:

„Ja, da ging es uns richtig gut! An dem Tag haben wir sooo viel Spaß gehabt und es uns richtig, richtig gut gehen lassen! Mensch, war das toll!“

  Aber bis zum Ende ist noch Zeit!

  Bis dahin sammel ich,  mit Dir, gute Erinnerungen!

Birgitta hatte in den letzten Jahren gelernt im Moment zu leben – sie hat das wenige Leben, das ihr neben der Krankheit mit den vielen Arztbesuchen. Krankhausaufenthalten, Therapien blieb, in jeder Sekunde genossen und jeden Tag, jede Sekunde in der es ihr gut ging, gelebt.

Auch das vermittle ich in meiner Arbeit.

Du kannst oftmals nicht ändern, was Dir im Leben begegnet. Du kannst weder die Vergangenheit ändern, noch in die Zukunft schauen – also bleibt dir die Gegenwart, der Moment. Lebe JETZT.

Um ehrlich zu sein, habe ich mir am Freitag nach dieser Nachricht überlegt, mein Seminar für den nächsten Tag abzusagen.

Nun waren Teilnehmer dabei, die extra aus Hamburg anreisen wollten. Daher habe ich mich entschlossen, das Seminar trotzdem zu halten.
Nun konnte ich mich beweisen. Schließlich bin ich Diejenige die behauptet, dass einen so leicht nichts aus seiner Mitte werfen kann, wenn man mit sich und seiner Liebe, seiner Seele verbunden ist.

Man weiß zu jeder Zeit, dass man Schöpfer und Gestalter seiner Realität ist und es selbst in der Hand hat, was einem begegnet.
In diesem Bewusstsein habe ich den Workshop am Samstag gehalten und ich glaube es ist mir gelungen, jeden einzelnen Teilnehmer dort abzuholen wo er stand und tiefe Prozesse anzustoßen.

Hier das Feedback, das ich gestern von einer der Teilnehmerinnen bekam:
Hallo liebe Ursula. Nun finde ich Zeit dir ausführlicher zu schreiben.
Meine Erkenntnisse waren zum einen wie man den Menschen begegnet so kommt es auch zurück. Ich habe es dann auch prompt ausprobieren dürfen. Ich habe am Montag gegenüber von einer Einfahrt gepackt und bin zur Arbeit, als ich wieder zu meinem Auto mittags kam, wurde ich von dem Anwohner sehr böse in Empfang genommen. In einem echt üblen Tonfall sagte er mir, wenn ich es mir nochmal erlaube da zu parken, würde er mich abschleppen lassen.  Okay.... ich einmal tief eingeatmet, ihn sehr freundlich und mit meinem schönsten Lächeln gesagt, dass es mir heute Morgen bei meinem Stress gar nicht aufgefallen war, dass ich gegenüber seiner Einfahrt stehe. Er wurde sehr schnell im Laufe des Gespräches auch freundlich zu mir und zum Schluss hat er sich sogar bei mir Entschuldigt.

Das fand ich so toll. Vor deinem Seminar hätte ich auch böse reagiert, und ich hätte noch Tage danach ein schlechtes Gefühl gehabt. Aber diesmal bin ich und ich glaube auch der Mann mit einem guten Gefühl daraus.

Meine 2. Erkenntnis ist, dass ich stark bin.  Da hatte ich auch ein Erlebnis auf der Arbeit. Eine Arbeitskollegen von mir zieht viel über die anderen Kollegen her. Das kann ich gar nicht haben. Hatte bis jetzt aber nie den Mut ihr zu sagen, dass sie es bitte lassen soll. Jetzt hatte es mir aber gereicht und sie freundlich darauf aufmerksam gemacht das ich es nicht möchte. Sie redet zwar jetzt nicht mehr viel mit mir aber darauf kann ich getrost verzichten. Ich lasse mich nicht mehr missbrauchen und habe gelernt klare Grenzen zu setzen und NEIN zu sagen. Danke, das habe ich bisher nie geschafft. Ich habe erkannt, dass ich kein Mauerblümchen bin, das nicht gehört wird und dass es an mir liegt, ob und wie ich wahrgenommen werde.
 
So endete eine anstrengende, berührende und intensive Woche in Köln mit dem Hochgefühl für mich, dass ich den Menschen die mein Seminar besuchten trotz der besonderen Situation Impulse geben konnte.

Natürlich kann ich an einem Tag nicht einfach den Schalter umlegen und Dein Leben ist plötzlich erfolgreicher, glücklicher, gesünder, usw.
Ich kann dir lediglich Impulse geben, wie Du selbst etwas verändern kannst und das Drehbuch deines Lebens umschreiben kannst. Schreiben, TUN musst du es selbst.

Wenn du also bereit bist für Veränderung, komme gerne in eines meiner nächsten Seminare oder buche dir ein individuelles Coaching per Skype.

Momentan ist geplant am 16.9 in Augsburg ein Seminar zu halten, evtl. aber das ist noch in Planung komme ich im Herbst auch an den Wörthersee.  

SPENDENAUFRUF!!!! DRINGEND!!!! WICHTIG!!!!

Am Montag wieder zuhause erfuhren wir, dass Birgitta und Klaus nicht vorgesorgt hatten für die Beerdigung. In den letzten Jahren benötigten Beide ihre ganze Kraft um das Leben mit dieser tödlichen Krankheit aufrechtzuerhalten.
Das Sozialamt bezahlt leider nur eine anonyme Bestattung. Ich bin persönlich regelrecht entsetzt darüber, dass man in dieser reichen Gesellschaft nicht in der Lage ist ein würdevolles Begräbnis zu finanzieren.

Ihr Mann Klaus und wir, Ihre Freunde bitten nun Alle die sich berufen fühlen, sich mit einem kleinen Obolus, an der Beerdigung zu beteiligen.

Wir wünschen uns so sehr, dass sie eine schöne Beisetzung erhält und den letzten Gang, auch noch in Würde gehen kann.

Blumen sind lieb gemeint, aber ein kleiner Taler, hilft mehr.

Wenn du spenden willst, spende direkt hier:
https://www.leetchi.com/c/trauerfeier-von-birgitta-thiel

DANKE

 

FAZIT:

In meinem Verständnis lebt jeder Mensch in seinem eigenen Universum. Jeder erzählt sich seine eigene Geschichte und lebt sein eigenes, von ihm geschriebenes Drehbuch.

Wenn du einen Menschen verstehen willst, musst du ihn in seinem Universum besuchen und dort schauen, wie dort die „Spielregeln“ sind.
Ich verstehe meine Aufgabe als Lehrerin so ähnlich wie ein Unternehmensberater. Dieser geht in eine Firma, schaut sich an wie dort die Abläufe sind und überlegt sich dann wie man die Abläufe optimieren kann. Er macht Vorschläge, die Umsetzung bleibt dann dem Unternehmer selbst überlassen.

In dieser Woche, habe ich in meinem Verständnis jeden Tag ein anderes Universum, beim Seminar sogar mehrere Universen gleichzeitig besucht. Ich bin froh wieder in meiner eigenen Welt angekommen sein – denn mein Mann und ich haben uns in unserer Welt ein glückliches und weitestgehend ruhiges Leben, in dem wir in uns ruhen und einfach nur SEIN dürfen.

Ein Ausflug in andere Welten ist hin und wieder ganz interessant und spannend – langfristig ziehe ich mein eigenes liebevolles Universum jedoch vor.
Gerne besuche ich Dich in deinem Universum um dir dann Wege aufzuzeigen, die Du dein Drehbuch ändern kannst für mehr Glück, mehr Freude, mehr Erfolg, mehr Gesundheit und mehr Liebe – einfach mehr von Allem.

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