Brücke zum Licht
mein persönlicher Horrortrip
8. März 2014
die ersten Tage
20. März 2014
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Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse


Dieses Gedicht ist seit vielen Jahren mein Lieblingsgedicht von Hermann Hesse.
Hermann Hesse schrieb dieses Gedicht nach einer langen Krankheit und es trug ursprünglich den Titel „Transzendieren“.
Es hat mich durch viele Lebensabschnitte, viele Höhen und Tiefen begleitet.
Ich glaube, dass ich jetzt auch wieder vor einem solchen Lebensabschnitt stehe.

Morgen geht es nun endlich in die Reha nach Bad Zurzach. 
Nach dem Horror der zweiten OP, geht es mir mittlerweile sehr gut und mir wird die Zeit hier im Spital sehr lang.
Ich bin ungeduldig und möchte endlich mein neues Knie „ausprobieren“.
Nach der ersten OP wurde mein Bein ziemlich schnell wieder gebeugt, belastet und gestreckt. Da aber dann die Komplikationen auftraten, war nach der zweiten OP erstmal Schonung angesagt.
Die Spitalmitarbeiter (sie haben mit Lip- Lymphödem in Kombination mit Knie Teps keine Erfahrung) wussten hier leider nicht so recht welche Therapie nun am Besten ist und waren sehr vorsichtig.
Umso nachvollziehbarer, denke ich, dass ich nun endlich gefordert (gefördert) werden will.

Meine Freundin und Physiotherapeutin Elke  hat mir jetzt nach der 2. OP sehr geholfen, da sie täglich hierher kam, um mein operiertes Bein zu lymphen. Sie ist der Meinung, dass diese „Schonung“ sehr gut für mein Bein war. Sie kennt mich nur zu gut und weiß…. „wehe wenn sie losgelassen“ 😉
Hier im Spital musste ich stillhalten.

Vorher war Dr. Orler nochmal hier um sich zu verabschieden. Ihm und seinem Team bin ich sehr dankbar dafür dass er es gewagt hat mich zu operieren. Wie er selbst sagte, hätte die zweite OP nicht unbedingt sein müssen, aber Gott sei Dank ist alles noch einmal glimpflich abgegangen.
Ich fühle mich nach wie vor bei Dr. Orler in den besten Händen. 🙂
Sehr froh bin ich darüber dass die Ärzte nach der zweiten OP auf mich und meine Wünsche gehört haben und auf die Gabe von Marcoumar verzichten.

Aber nun genug  Rückschau – nun gehts, um wieder zum Anfang des Posts zurückzukommen – eine Stufe weiter – in der Reha werde ich nun hoffentlich bald fleissig an der Transzendation in mein neues Leben arbeiten.
Ausserdem freue ich mich darauf endlich auch andere Leute (Ausser Pfleger und Ärzte) kennen zu lernen.

Ob und wann ich zum Bloggen komme – wir werden sehen – in diesem Sinne 🙂

Bis bald!

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